Uringeruch nach Spargelessen

Nun ist es bald wieder so weit, die Spargelzeit bricht an. Da ich in der Nähe eines berühmten Spargelanbaugebietes wohne freue ich mich auf diese Zeit. Meine Kinder mögen zwar den Spargel nicht, aber ich liebe ihn.

Ich bin eben durch Zufall auf die Beantwortung einer Frage gestoßen, die ich mich jedes Jahr im Frühling stelle und danach für den Rest des Jahres wieder vergesse: Wieso riecht der Urin nach dem Spargelgenuss so eigenartig. Schuld daran ist ein flüchtiger, schwefelhaltiger Stoff, das Methylmercaptan (auch Methanthol genannt). Für die chemisch interessierten: Es sieht so aus:

methanthiol.pngDieses Methylmercatpan wird aus Stoffen des Spargels durch ein bestimmtes Enzym gebildet. Die Fähigkeit, dieses Enzym zu bilden wird von den Eltern auf die Kinder vererbt. Im Klartext heißt es, diese Fähigkeit, diesen Stoff zu bilden haben nur etwa 40 - 50% der Bevölkerung, die anderen können das nicht.

Wieder was gelernt.

2 Antworten to “Uringeruch nach Spargelessen”

  1. martin Sagt:

    Hallo Rudi,

    bin über die Google-Bildersuche hierhergekommen. Was du schreibst, ist leider nicht ganz richtig: Es stimmt zwar, es seit über 120 Jahren bekannt, dass Methylmercaptan (unter anderem!) für den Spargelgeruch verantwortlich ist (kannst ja mal in die örtliche Bibliothek stolpern und schauen, ob die etwas hergibt in der Beziehung):

    Nencki M.: Ueber das Vorkommen von Methylmercaptan im menschlichen
    Harn nach Spargelgenuss. Archiv fur experimentalle Pathologie und
    Pharmakologie 1891;28:206-9.

    Was aber überraschenderweise nicht der Fall ist, betrifft die Fähigkeit, diesen Stoff zu produzieren. Alle Menschen haben den Spargelgeruch im Urin, nur können es eben ca. 40-50% nur nicht wahrnehmen. Es liegt also eine Hyper- bzw Hyposensitivität bzgl. des Methylmercaptan vor. Ich empfehle dazu eine Publikation aus dem Jahre 1980, einfach zu finden, indem man bei Google Scholar den Titel des Artikels eingibt:

    Lison et al. A polymorphism of the ability to smell urinary metabolites of asparagus. British Medical Journal (1980) vol. 281 (6256) pp. 1676

    Viele Grüße
    Martin

  2. martin Sagt:

    der Link zum Atikel:
    Hallo Rudi,

    bin über die Google-Bildersuche hierhergekommen. Was du schreibst, ist leider nicht ganz richtig: Es stimmt zwar, es seit über 120 Jahren bekannt, dass Methylmercaptan (unter anderem!) für den Spargelgeruch verantwortlich ist (kannst ja mal in die örtliche Bibliothek stolpern und schauen, ob die etwas hergibt in der Beziehung):

    Nencki M.: Ueber das Vorkommen von Methylmercaptan im menschlichen
    Harn nach Spargelgenuss. Archiv fur experimentalle Pathologie und
    Pharmakologie 1891;28:206-9.

    Was aber überraschenderweise nicht der Fall ist, betrifft die Fähigkeit, diesen Stoff zu produzieren. Alle Menschen haben den Spargelgeruch im Urin, nur können es eben ca. 40-50% nur nicht wahrnehmen. Es liegt also eine Hyper- bzw Hyposensitivität bzgl. des Methylmercaptan vor. Ich empfehle dazu eine Publikation aus dem Jahre 1980, zu finden unter dme nachfolgenden Link:

    Lison et al. A polymorphism of the ability to smell urinary metabolites of asparagus. British Medical Journal (1980) vol. 281 (6256) pp. 1676
    http: // www . pubmedcentral.nih.gov/picrender.fcgi?artid=1715705&blobtype=pdf

    Viele Grüße
    Martin

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