Eben habe ich mir ein paar Opernaufnahmen angehört. Unter anderem auch Celeste Aida und ich dachte mir, es wäre fein jetzt auch das Ende der Oper zu präsentieren.
Sie wissen, Radames ist von der eifersüchtigen Amneris verraten worden und von den Hohen Priestern zum Tode im Felsengrab verurteilt worden. Aida, die dies vorausahnte hat sich in dem Grab versteckt und sterbend findet Radames jetzt seine Aida wieder und beide singen so wunderschön das man am Schluss davon überzeugt ist, der Tod müsse eine Erösung aus diesem Tal der Tränen sein.
Ich habe eben in meinen Erinnerungen an ein schönes Opernerlebnis, das ich mit Ihnen teilen kann, geforscht und bin auf die “Perlenfischer” von Georges Bizet gestoßen. Jeder kennt Carmen, diese Oper ist längst nicht so bekannt. Mir persönlich gefällt diese selten gespielte Oper sehr gut. Naürlich, Carmen bewegt sich die ganze Zeit auf einem hohen Niveau, während die Perlenfischer dieses Niveau vielleicht ein- oder zweimal erreicht. Einer dieser Höhepunkte ist dieses Duett der beiden Fischer Nadir und Zurga. Es sigen Sherill Milnes und Placido Domingo. Nehmen Sie sich bitte Zeit, die Szene beginnt mit einem (englischen) Kommentar aus dem Off und danach erst mit einem Rezitativ. Diese Szene ist wunderschön und muss sich hinter den berühmten Szenen aus Carmen keinesfalls verstecken.
Eben war ich mal wieder auf der Suche nach einem schönen Lied aus einer Oper. Vielleicht kennen sie Verdis “Il Trovatore”. Es geht dabei um einen Zigeuner, der eigentlich gar kein Zigeuner ist sondern der Bruder des Herzogs (glaube ich, auf jeden Fall irgendein Adliger), aber der ist sein Feind, weil sie dieselbe Frau lieben (Sie haben es geahnt). Am Schluss stirbt die Frau und der Bruder lässt den angeblichen Zigeuner, Manrico, hinrichten. Erst als es zu spät ist erfährt er die Wahrheit.
Ach, Verdi ist schon grausam.
In dieser berühmten Arie aus der Oper geht es darum, dass Manrico (Pavarotti) herausbekommt, dass seine Mutter gefangen genommen wurde und das auf sie der Scheiterhaufen wartet. Pira glaube ich ist der Holzstoss oder so ähnlich.
Viel Spaß mit Luciano Pavarotti:
Lucia di Lammermoor von Donizetti geht auf eine Schauergeschichte von Sir Walter Scott zurück (Sie wissen schon, Ivanhoe). Na ja, Lucia soll einen Mann heiraten den sie nicht liebt, denn sie liebt einen anderen. Aber ihr Bruder will es so. Gut, sie geht auf den Plan ein, ermordet aber in der Hochzeitsnacht ihren ungeliebten Ehemann und wird selber Wahnsinnig und stirbt. Nachdem Lucia schon das Zeitliche gesegnet hat singt ihr geliebter, Edgardo, dieses Lied und folgt ihr nach. Es singt José Carreras.
Viel spaß:
Wer noch etwas mehr hören möchte, eine erweiterte Fassung der Szene finden Sie hier, singt Rollando Villazon.
Ich hatte eben Lust Oper zu hören.
Die Freude und der Spaß an Opern hat mir das regensburger Stadttheater beigebracht ein dreisparten Theater mit immer wieder schönen Operninszenierungen. Anfang der 90er hieß der 1. Tenor Olafur Bjarnasson und kam, so glaube ich, aus Schweden. So ganz konnte er mich nie überzeugen (vielleicht war ich auch voreingenommen, weil das regensburger Haus doch sehr klein ist) und als ich las, dass in der nächsten Spielzeit La Boheme aufgeführt wird war ich doch ein wenig skeptisch. In der Premiere war ich nicht, ich las nur die Kritiken. Die Überschrift lautete: Der Triumpf des Olafur Bjarnasson. Er musste in dieser Aufführung die Vorstellung seines Lebens gegeben haben. Natürlich wollte ich jetzt die Inszenierung sehen. Damals streikte gerade der öffentliche Dienst und die Vorstellung, für die ich und einige meiner Freunde Karten hatten konnte nicht im Theater stattfinden sondern nur konzertant im Neuhaussaal. Die Plätze waren alle gleich viel Wert und so saßen wir in der zweiten oder dritten Reihe, die Sänger direkt vor uns. Und dann kam die Berühmte Arie “Che gelida manina”, normalerweise übersetzt “wie eiskalt ist dies Händchen”. Ich habe so etwas später, auch an großen Bühnen nicht mehr erlebt. Als der Tenor zu Ende war habe ich am ganzen Körper gezittert und hinter und neben mir gab es Bravorufe.
Jetzt aber genug der Vorrede. Olafur singt nicht aber Pavarotti:
Übrigens habe ich bei dieser Aufführung auch zum ersten Mal Adam Kruzel singen gehört. Dieser Bariton gehört heute noch zum festen Esemble des Theaters, was mich wundert, denn seine Stimmkraft würde zu einem weit größeren Haus passen.
Was haben diese beiden Persönlichkeiten gemein werden Sie fragen und das zu recht. Verdi seit hundert Jahren Tod und Cameron ist noch putzmunter.
Es gibt aber eine Gemeinsamkeit: Verdi brachte am 24. Dezember 1871 Aida im Opernhaus in Kairo heraus. Diese Oper wurde von den Kritikern als die Krönung seines Schaffens angesehen und sie gaben ihm den Rat, sich doch jetzt zur Ruhe zu setzen, denn etwas besseres könne er nicht komponieren. Verdi hielt sich auch an diesem Ratschlag bis er Otello herausbrachte, ein Werk, das Aida übertrifft.
Und James Cameron? Ihm ergeht es ähnlich mit Titanic. Ein Werk ausgezeichnet mit 11 Oscars lässt sich genauso schwer übertreffen. In Folge dessen hat sich Cameron ziemlich aus dem Regiegeschäft zurückgezogen. Er hat zwar noch eine (nicht sehr erfolgreiche) Fernsehserie gedreht, aber ansonsten versucht er neue, nicht sehr kommerzielle, Wege zu bestreiten.
Anfang September hat Anna Netrebko einen Buben, Tiago, zur Welt gebracht. Im Oktober war in Wien die Weltpremiere des Opernfilms “La Boheme” mit Anna und Rolando Villazon. Doch zur Premiere war die Netrebko nicht erschienen, angeblich leidet sie unter postnataler Depression, auf deutsch: Ihr sind die Belastungen mit dem Baby einfach zu viel geworden. Ich kenne das und kann das auch gut verstehen, äh, ja von meiner Frau natürlich.
Im Januar kann man Anna Netrebko dann wohl auch wieder auf den Opernbühnen erleben, in Lucia die Lammermoor tritt sie in St. Petersburg und in New York auf. Dort kann sie dann die Wahnsinnsarie singen, das hat aber mit ihrer Depression hoffentlich dann nichts zu tun.
Ich hoffe, Sie verzeihen mir, dass ich noch ein wenig bei Rigoletto verweile. Diese Oper gehört zu den berühmtesten und bekanntesten die Verdi geschrieben hat und wenn Sie glauben, Sie kennen diese Oper nicht, dann lassen Sie sich kurz eines besseren belehren. Das berühmte Lied “La Donna é Mobile” oder “Oh, wie so trügerisch sind Frauenherzen” oder so ähnlich stammt aus Rigoletto. Darüber schreibe ich vielleicht später noch einmal.
Gestern schrieb ich, dass die dramatischte Szene “Bella Figlia dell Amore” sei. Ich muss mich korigieren, das stimmt nicht. Für mich die aufwühlendste Szene ist die folgende. Kurz die Situation:
Gilda hat eine Tochter, die er wie einen Augapfel hütet. Die Höflinge des Herzogs haben herausgefunden, dass eine Frau bei Rigoletto wohnt und nehmen natürlich an, es sei seine Geliebte. Und da sie an Boshaftigkeit ihrem Herrn wenig nachstehen, kommen sie auf die Idee, seine Tochter zu entführen. Der Zufall oder besser das Unglück will es dass Rigoletto ihnen sogar dabei hilft. Jetzt ist Rigoletto auf der Suche nach seiner Tochter. Er kommt auf die Bühne und mimt zuerst den Spaßmacher, will aber die Höflinge ausfragen, was sie gestern gemacht haben. Irgendwann begreifen die Höflinge, was er will und sagen, wenn er sein Liebchen verloren habe, dann soll er es woanders suchen. Dann bricht es aus Rigoletto heraus: Es ist seine Tochter. Er beginnt die Höflinge zuerst wüst zu beschimpfen. Danach fleht er sie an, ihm seine Tochter wieder zu geben.
Sie hören und sehen einen der berühmtesten Baritone, Tito Gobbi.
You Tube merkt sich scheinbar auch, welche Videos man sich schon angesehen hat, denn wenn man eingeloggt die Startseite öffnet kommen gleich Videos, die zu dem jeweiligen Geschmack passen
So entdeckte ich heute ein Video aus der Oper “Rigoletto” von Giuseppe Verdi. Diese Szene ist, obwohl eigentlich sehr wenig Handlung vorkommt hochdramatisch. Der Tenor spielt den Herzog von Mantua, einen rücksichtslosen Frauenverführer. Eines seiner Opfer ist auch Gilda, die Tochter seines Hofnarrens, Rigoletto. Als Rigoletto das mitbekommt schwört er den Herzog zu töten. Er will sich dabei Sparafucile bedienen, der dafür bekannt ist, dass er für Geld tötet. Sparafucile hat folgenden Plan: Mit Hilfe seiner Schwester, Maddalena (das ist die, die auf dem Video mit Pavarotti zusammen singt) will er den Herzog in seine Hütte locken, er soll dort übernacht bleiben und von Sparafucile getötet zu werden. Damit Gilda begreift, welchen Character der Herzog hat, führt er seine Tochter zu der Hütte, damit sie die Machenschaften des Herzogs mitbekommt. Gilda und Rigoletto sind also das Paar, das vor der Hütte steht. Innen drin verführt der Herzog Maddalena und draußen leidet Gilda Höllenqualen, weil sie mitbekommt, wie ihr Geliebter mit einer anderen Frau anbandelt. Eine der eindrucksvollsten Szenen der ganzen Oper. Nach dieser kurzen Einführung denke ich sind Sie bereit dieses grandiose Stück Opernliteratur zu genießen:
Nun, wie geht das ganze weiter: Gilda soll nach Mantua gehen. Rigoletto verlässt die Szene, er will später zurückkehren um die Leiche des Herzogs zu holen. Aber Maddelna hat gefallen an dem Herzog gefunden und bittet ihren Bruder ihn nicht zu töten. Widerwillig sagt er, wenn heute abend noch ein anderer an die Tür klopft, wird er ihn dafür töten. Gilda, die es zu diesem Ort zurückgezogen hat, hört das und hat nichts besseres zu tun, als in die Hütte zu gehen und sich für den Herzog ermorden zu lassen. Als Rigoletto später den Sack mit dem vermeintlichen Herzog bekommt und ihn öffnet sieht er seine sterbende Tochter, die sich mit einem wunderschönen Lied von Rigoletto verabschiedet.
Hochdramamtisch das Ganze.
Ursprünglich hatte ich ein anderes Video vorgesehen, doch das lies sich aus irgendeinem Grund nicht einbetten. So habe ich halt ein ähnliches gesucht.
Reich mir die Hand mein Leben oder so ähnlich heißt das in den meisten Übersetzungen. Das ist aus Don Giovanni. Don Giovanni ist gerade dabei ein Bauernmädchen an ihrem Hochzeitstag ihrem Geliebten auszuspanneln. Und mal ehrlich, wer würde bei einer solchen Melodie nicht schwach werden?