Momentan genieße ich gerade meine freie Zeit. Gut, ich kümmere mich um meine Kinder, kümmere mich um meine Frau und morgen fahren meine Kinder und ich zu meiner Mutter. Am Sonntag werde ich wieder zurück sein.
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Kurzes Schlaglicht
Mehr soll dieser Eintrag jetzt nicht sein. Mittlerweile bin ich schon seit 14 Tagen in der Schule. Ich muss zugeben, es gefällt mir ganz gut. Das klingt jetzt nicht so begeistert, ich weiß, doch so begeistert bin ich auch von einer Karriere als Hauptschullehrer nicht. Meine Schüler sind wie sie halt in der Hauptschule sind: Schwach und undiszipliniert. Dazu kommt noch, dass ich als Lehrer ein blutiger Anfänger bin und ich noch einiges lernen muss.
Was für mich meinen neuen Beruf sehr angenehm macht sind meine Kollegen, respektive meine Kolleginnen. Es sind einige sehr charmante und liebenswüridige darunter.
Restart
Nachdem ich über einen Monat geschwiegen habe möchte ich heute zusagen einen Neustart meines Blogs vornehmen, ohne dass natürlich die bisherigen Inhalte gelöscht oder weniger Wert wären.
Morgen beginnt ein neuer Lebensabschnitt, denn morgen werde ich meine Stelle als Hauptschullehrer in Ingolstadt antreten. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass es zuerst so aussah, als würde ich nach München versetzt, das stimmt aber nicht und so bin ich in Ingolstadt gelandet.
Was erwartet mich morgen?
Zuerst fahre ich an eine Hauptschule oder Volksschule nach Friedrichshofen und werde dort vereidigt und danach ist Lehrerkonferenz. Die Schule beginnt ja erst am Dienstag, aber für Lehrkräfte immer schon am Montag. Ich werde in Zukunft einiges über Pädagogik und meinen Alltag als Lehrer berichten.
Nach München?
Diesen Artikel hätte ich eigentlich am Samstag schreiben sollen, doch irgendwie fehlte mir die Lust oder die Muße oder die Zeit.
Was ist geschehen?
Ich erzählte schon, dass ich damit rechnete im Schulamtsbezirk P., ganz in der Nähe von Ingolstadt eingesetzt zu werden. Am Samstag erwartete ich den Brief und er kam auch. Doch ich war sehr erstaunt als ich feststellte, dass ich in München eingesetzt werden sollte. Das ist normalerweise fast nicht möglich, denn man kann einen zweifachen Familienvater mit Wohnsitz in Ingolstadt nicht so ohne weiteres nach München schicken, wenn es andere Bewerber, die Single sind und kein Kind haben gibt.
Das ganze Wochenende lebte ich in einer Art Traumzustand. Ich hatte mich fast schon mit dem Gedanken abgefunden, mir eine Wohnung in München zu suchen. Warum eigentlich nicht. München ist eine schöne Stadt in der man es sicher aushalten kann.
Heute setzte ich mich nun ans Telefon um den Sachverhalt zu klären. Zuerst erreichte ich niemanden, es gab wohl mehrere Menschen, die einen Klärungsbedarf hatten. Schließlich erfuhr ich, was Sache ist: Die bayrische Staatsregierung wusste einfach nicht, dass ich Familienvater und verheiratet bin. Ich musste schnell die Dokumente nachreichen und die freundliche Schulrätin am Telefon erklärte mir, dann könne man weiter sehen.
Bislang habe ich noch nichts gehört.
Klebezettelverkehr
Adrian kann ja noch nicht schreiben und auch kaum lesen.
Die Mitteilungen von der Schule (Elternabendmitteilung unterscheiben, welches Heft er noch braucht) kommen deshalb per (Klebe)zettel im Mäppchen. Auch ganz praktisch. Zumindest kommen die Nachrichten an.
Stimmungsschwankungen der Lehrer
Die Stimmung der Lehrer bewegt sich wie auf einer Sinuskurve in einem wöchentlichen auf und ab. Der Tiefpunkt wird meist am Sonntag so gegen 6 Uhr abend erreicht. Allein der Gedanke, morgen wieder in der Schule stehen zu müssen verleiht den Lehrern den ganzen Spaß am Sonntag. Vor allen Dingen heißt es am Abend dann Unterricht vorbereiten, Arbeitsblätter sichten, Unterrichtsverläufe für Montag zu skizzieren. Jeder Lehrer hat das Gefühl er könne diesen Montag nie und nimmer überstehen. Wenn dann am Montag die erste Stunde gelaufen ist und der Lehrer (oh wunder) noch am Leben ist geht die restliche Woche dann schon irgendwie. Wobei sich die Stimmung des Lehrers zusehends verbessert und am Freitag mittag nach der letzten Stunde, wenn er ins Auto steigt und seinem Wochenende entgegenfährt seinen Höhepunkt erreicht. Bis halt zum Sonntag abend und dort geht das Spiel wieder von vorne los.
Es gibt neben diesem Wochenrhythmus noch einen circadianen Rhythmus, der sich also jährlich wiederholt. Hier ist der Tiefpunkt kurz vor Beginn des neuen Schuljahres erreicht. Neue Klassen, meist neue Schüler, vielleicht ein neuer Stoff. Und sechs Wochen seeliges Nichtstun liegen hinter einem. Alles Gründe genug um den Adrenalinspiegel ansteigen zu lassen.
Diese Phase macht gerade Susanne durch. Ihre Stimmung ist auf den Tiefpunkt und ihre Stimme, wenn es darum geht die armen Kinder oder ihren armen Mann gehörig zu schimpfen, auf den Höhepunkt. Und wieder nichts geschafft in den Sommerferien, dabei hatte sie sich doch soviel vorgenommen.
Dazu noch morgen ab halb 3 Anfangskonferenz. Welchen Rektor ist denn so …. am Nachmittag eine Lehrerkonferenz zu halten, wenn noch schulfrei ist. Susanne weiß noch nicht ihren Stundenplan. Sie kommt morgen abends nach Hause und muss gleich vorbereiten.
Ich kann leicht ironisch darüber schreiben. Habe ich mich doch ganz einfach aus dem Staub gemacht. Ansonsten wäre ich morgen um halb 8 in Pfaffenhofen im Schulamt gewesen und wäre gleich anschließend nach Manching in die Schule gefahren.
Ganz gleich, wie mein Leben weitergeht, diese Entscheidung war richtig.
