Anruf von einer Zeitarbeitsfirma

Ich saß heute Nachmittag gemütlich auf der Terasse als das Telefon läutete. Ich hatte keine Ahnung, wer das sein könnte. Ich tippte auf meine Schwester oder meine Mutter. Ich ging zum Telefon. Als (angehender) Arbeitsloser hat das Telefon eine bisschen andere Bedeutung (übrigens auch der Briefkasten), so war ich leicht unruhig.

Es war in der Tat eine Zeitarbeitsfirma, bei der ich mich vor einiger Zeit beworben hatte. Das Einstellungsgespräch sollte eigentlich am 27. Mai sein. Doch sie hätten ganz kurzfristig eine Vakanz hereinbekommen, die genau zu mir passen würde. Im ZNS-Bereich. Na ja, so genau passt es nun auch wieder nicht. Sie müsse mich aber zuvor noch kennenlernen. Wie wäre es am Dienstag. Gut, ich sagte zu, obwohl ich schon ahnte, dass mir das mit meiner Frau wieder Schwierigkeiten einbringen wird.

So war es auch. Ich kann meine Frau gut verstehen, denn ihr gefällt es, dass die Kinder betreut werden und nicht ständig bei der Oma sind. Ich persönlich würde auch gerne in der W-Schule anfangen. Leider weiß ich aber nicht, ob die mich nehmen. Ich werde auf jeden Fall am Dienstag zu der Firma fahren, vielleicht haben Sie ja ein interessantes Angebot für mich. Und wenn die Bezahlung stimmt, warum nicht. Sollte es doch mit der Schule klappen kann ich ja immer noch kündigen.

Noch ein kurzes Wort zu Zeitarbeitsfirmen im Pharmaaussendienst: Diese haben keinen so guten Ruf bei den Mitarbeitern der Pharmaindustrie, wie ich aber finde (und ich war ein Jahr schon bei einer) zu unrecht. Vor allen Dingen nimmt ihre Bedeutung ständig zu. Die Situation ist folgende: Eine Pharmafirma entwickelt ein neues Präparat, dass bei den Ärzten vorgestellt werden soll. Für diese Einführungszeit (maximal 1 Jahr) baucht man mehr Außendienstmitarbeiter. Wenn man jetzt seinen Außendienst aufstockt hat man dann das Problem, dass man nach diesem Jahr die Mitarbeiter wieder entlassen muss. Das geht aber nicht so einfach, da braucht man einen Sozialplan, eventuell Abfindungen und was weiß denn ich noch alles. Geht man über eine Zeitarbeitsfirma, so bleibt der Mitarbeiter bei dieser Firma und wenn er nicht mehr gebraucht wird, dann bekommt er ohne Probleme eine neue Stelle. Für die Übergangszeit wird er auch von der Zeitarbeitsfirma weiter bezahlt. In meinen Vorstellungsgesprächen habe ich immer gesagt und ich glaube es auch wirklich, dass die Zukunft des Pharmaaußendienstes in solchen Zeitarbeitsfirmen liegt.

Dies nur kurz zur Erklärung für meine Leser, die nichts mit dem Pharmaaußendienst anfangen können. Ich weiß darüber etwas bescheid, denn ich war insgesammt neun Jahre für 3 verschiedene Firmen unterwegs.

Über diese Zeit habe ich auch noch einiges zu erzählen, aber da ich offiziell noch bei einer Pharmafirma bin will ich das unterlassen. Obwohl ich über die Firma selber nicht sehr viel negatives erzählen werde und auch nicht kann, denn es gibt da nicht sehr viel.

Was mich letztendlich den Job gekostet hat ist vielleicht eher meine eigene Dusseligkeit und die meines (ehemaligen) Chefs, der sehr viel auf die Einflüsterungen einiger Damen aus meinem Team gegeben hat. Im letzten Jahr hat er zwar, so glaube ich, seine Einstellung korrigiert, doch da war es leider schon zu spät. Die Vorfälle lagen schon in der Zentrale und die Maschinerie ging seinen Gang. Aber das sind Themen für weitere Beiträge.

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