Rosenkrieg im Hause B.

Diesmal ist mal nicht der Krieg in meinem Hause gemeint sondern das sich gegenseitige Zermürben bei meinen Schwiegereltern.

Die Situation ist mit ein paar Strichen skizziert: Mein Schwiegervater, Richard, hat schon seit ein paar Jahren eine Freundin. Ich selber habe Sie zwar noch nie gesehen und weiß das alles nur durch Erzählungen meiner Schwiegermutter. Allerdings sah ich neulich einen Brief, auf den es hieß: „Mein geliebter Richard“ (der hat es gut, er hat mehr Sex als ich). Meine Schwiegermutter, Beate, wollte das nicht länger dulden und hat das Trennungsjahr beantragt. Allerdings leben beide noch im gleichen Haus. Sie kennen den Film mit Michael Douglas? Beate hat ein paar Zimmer im Erdgeschoß, Richard wohnt oben und in einem Büro im Keller. Die Situation könnte schon funktionieren, wenn beide die primitivsten Regeln menschlichen Zusammenlebens berücksichtigen würden. Dem ist leider nicht so. Beide leben im Krieg. Beate kommt sich (ob berechtigt oder nicht wage ich nicht zu entscheiden) belagert vor und sperrt immer Alles zu selbst wenn sie nur die Wohnung verlässt um die Blumen zu gießen. Richard lässt sich auf kein Gespräch ein, verhandelt wenn nur über einen Anwalt mit ihr. Jetzt hat Beate die Scheidung eingereicht. Ich war heute Nachmittag bei Beate auf der Terasse gesessen und da hat sie mir ihre Ängste zwar nur fragmentarisch aber für mich eindringlich genug geschildert. Das sie Angst hat, dass Haus verkaufen zu müssen. Dass sie Angst hat, sie müsse in ihrem Alter sich noch eine Arbeit suchen und so weiter.

Ich selber versuche mich so weit es geht aus dem ganzen Krieg herauszuhalten. Mir persönlich ist Richard durchaus sympathischer als seine noch Ehefrau, obwohl er mit mir eigentlich auch kaum ein Wort spricht. Was mir an ihm gefällt ist seine Dynamik, seine Vitalität. Ich ertappe mich nicht selten bei dem Gedanken, dass es mir lieber wäre, wenn Richard mit seiner Freundin drüben einziehen würde.

Die ganze Situation hat noch eine andere Dimension (sie hat eigentlich noch einige mehr, aber ich möchte jetzt schließen): Beate beaufsichtigt die Kinder, wenn Susanne oder ich keine Zeit haben. Im Augenblick zwar nicht, denn da ich keine (feste) Arbeitsstelle habe bin ich für die Kinder da. Da das aber wohl kein Dauerzustand bleiben wird ist spätestens ab Herbst Beate wieder stundenweise (in der Früh und am Nachmittag) für die Kinder da, sollte ich in der Schule anfangen. Beate ist jetzt aber durch die ganze Situation psychisch stark angeschlagen, so dass sie die Arbeit fast nicht leisten kann. Das ist  es, was mir an der Entwicklung Sorgen macht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s