Otello von G. Verdi

Für mich ist Verdi eines der größten Genies, das jemals gelebt hat. Das liegt vor allen an seinen beiden letzten Werken, der Oper Otello und der Oper Falstaff. Falstaff kenne ich nicht so genau um darüber genauer Auskunft geben zu können, aber die Oper Otello ist für mich unter allen genialen Opern die genialste.
Reduzieren sie dieses Werk bitte nicht allein auf die Eifersucht, die mittlerweile fast sprichwörtlich geworden ist. Das Drama, das sich zwischen Otello (oder Othello wenn Ihnen das Bühnenstück lieber ist, meine Aussage gelten für beide Werke, was den Inhalt angeht) und Desdemo abspielt ist für mich ein fast archetypisches Beziehungsdrama, das in fast allen Beziehungen mehr oder weniger stattfindet. Kurz zur Erklärung:Otello ist mit Desdemona verheiratet. Er hat einen Feind in den eigenen Reihen, Jago, der von Otello bei der Beförderung übergangen worden ist und jetzt auf Rache sinnt. Er schafft es Otello einzureden, Desdemona habe ein Verhältnis mit seinem Fähnrich Cassio und am Schluss ermordet Otello seine Geliebte Frau. Erst als sie Tod ist erfährt er die wahren Zusammenhänge und stürzt sich selbst in sein Schwert. Als ich das Drama zum ersten Male las sah ich fassunglos zu, wie Otello und Desdemona sich gegenseitig zu Grunde richten, denn im Endeffekt kann Jago mit seiner Intrige nur Erfolg haben weil die beiden Protagonisten sich nicht richtig verstehen. In Wirklichkeit exisitiert ein Riss in der Beziehung, den Jago (ob er es nun weiß oder nicht) hemmungslos versteht auszunützen. Ein kurzes Wort von Desdemona, eine kurze Aussprache und Jago scheitert. Wie oft erleben wir das tagtäglich, das zuerst handelt wird und danach geredet und dann ist es oftmals schon zu spät.
Und jetzt die geniale Musik Verdis. Erwarten Sie keine langen Arien, die gibt es in Otello nicht. Dieser Riss in der Beziehung, nirgends wird er so deutlich wie im „Liebesduett“ am Ende des ersten Aktes. Selbst wer nichts von Musik versteht (so wie ich) wird klar, so richtig liebevoll hört sich das nicht an. Sie singt von Liebe, er vom Krieg, jeder auf seine eigenen Melodie. Oder das Ende des zweiten Aktes. Der nahe Wahnsinn von Otello wird dermaßen kongenial in Musik umgesetzt, das ich jedes Mal eine Gänsehaut bekomme.
Sollten Sie vorhaben eine Aufführung dieser Oper zu besuchen dann erwartet Sie ein Kunstgenuss, den Sie wohl so schnell nicht mehr vergesssen werden.

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