Kennen Sie Max Brand?

1979 war ich in Straubing und kaufte mir ein Buch. Ein kleines Taschenbuch aus dem Heyne Verlag. Da gab es früher eine Buchreihe, die klassische Westernroman auflegte. Im schönen Wechsel erschienen dort die Romane von Zane Grey, Ernest Haycox und eben von Max Brand. Ich entschied mich für das Buch mit dem deutschen Titel „Die letzte Karte sticht“ von Max Brand. Ich weiß von dem Buch eigentlich nur noch, dass die Spannung fast unerträglich war. Der Held musste am Schluss seine Freundin retten, die irgendwie von Gangstern bedroht wird und verirrt sich in der Stadt und kommt fast zu spät. Selten habe ich einen spannenderen Roman gelesen. Ich war in den folgenden Jahre ganz wild auf die Romane von Max Brand. Ich kaufte mir alle, die noch Lieferbar waren und alle, die in den Jahren darauf erschienen. Die Leidenschaft für diesen Autor hielt während meiner gesamten Ausbildung zum Bäcker an, die ich in den Monaten, nachdem ich diesen oben erwähnten Roman las, begann.

Mittlerwile kennt auch die deutsche Wikipedia diesen Autor. Da ich ein fauler Mensch bin (sagt meine Frau und wo sie recht hat hat sie recht) kopiere ich einfach den Artikel hier herein. Max Brand hieß mit bürgerlichen Namen Frederick Schiller Faust. Übrigens hat er auch die Vorlage zu dem berühmten und einfach genialen Western mit Marlene Dietrich und James Stewart „Der Große Bluff“ (Destry Rides Again) geschrieben. Dieses Buch habe ich leider nie bekommen. Jetzt aber der Artikel:

Frederick Schiller Faust (* 29. Mai 1892 in Seattle, † 12. Mai 1944 in Italien) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor, vor allem im Westerngenre.

Er schrieb unter verschiedenen Pseudonymen wie: Max Brand, George Owen Baxter, Martin Dexter, Evin Evans, David Manning, Peter Dawson, John Frederick und Pete Morland, sowie unter seinem Geburtsnamen. Im deutschsprachigen Raum wurden seine Werke ausschließlich unter dem Pseudonym Max Brand veröffentlicht.

Biographie [Bearbeiten]

Frederick Schiller Faust war der Sohn von Gilbert Leander Faust und Elizabeth Faust, geb. Uriel. Beide Eltern starben kurz nach seiner Geburt. Er wuchs in Kalifornien auf und schlug sich als Viehtreiber durch. Später besuchte er die Universität Berkeley, wo er auch mit dem Schreiben begann. Als unangepasster und aufsässiger Student wurde er dort nicht zu den Examen zugelassen, worauf er das Studiums abbrach und stattdessen ausgiebig zu reisen begann. Die Reiseleidenschaft blieb ihm zeitlebens erhalten.

In den 1910er Jahren veröffentlichte Faust erste Kurzgeschichten in Pulp-Magazinen. Sein Gesuch, als Soldat in den Ersten Weltkrieg ziehen zu dürfen, wurde von der US-Armee abgelehnt. 1917 heiratete er Dorothy Schillig, das Paar bekam zwei Kinder. Seine schriftstellerische Arbeit in verschiedenen Genres wurde immer intensiver und er begann, sich als Autor von Kurzgeschichten einen Namen zu machen. Zu dieser Zeit erfand er die Western-Charaktere Destry und Dr. Kildare, die zu Kultfiguren im Film, Radio, Fernsehen und Comic wurden. Hollywood wurde auf ihn aufmerksam, ca. 1930 engangierte ihn Warner Brothers als Drehbuchautoren. Er war einer der erfolgreichsten und am besten bezahlten Autoren seiner Zeit. Etliche seine Romane und Kurzgeschichten wurden in Hollywood verfilmt.

Trotzdem war Faust mit dem großen kommerziellen Erfolg seiner Schriftstellerei nicht zufrieden. Unter seinem Geburtsnamen veröffentlichte er Gedichte und „ernste“ Literatur, die aber kaum wahrgenommen wurden. Dies setzte dem ohnehin gesundheitlich angeschlagenen Autor sehr zu, er begann zu trinken und wurde zum Alkoholiker. 1938 reiste er nach Italien, um dort zu sterben. In Italien fand Faust neuen Lebensmut, er betätigte sich sportlich, zog in eine große Villa nach Florenz und begann wieder mit dem Schreiben.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestand Faust darauf, sich trotz seines Alters aktiv für die Vereinigten Staaten zu engagieren und wurde Kriegsberichtersatter. Den amerikanischen Soldaten war der nach wie vor sehr populäre Autor ein gern gesehener Begleiter. Bei einer dieser Exkursionen starb Faust bei einem Feuergefecht mit deutschen Soldaten im Kugelhagel.

Frederick Schiller Faust gehört zu den produktivsten und populästern amerikanischen Schriftstellern seiner Zeit. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte er über 900 Kurzgeschichten und Romane. Neben Zane Grey gehört er zu den bis heute bekanntesten und erfolgreichsten Westernautoren des 20. Jahrhunderts.

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