Bewerbung gestern und heute

Als am 3. Juni 1998 der ICE William-Conrad-Röntgen um 11 Uhr gegen einen Brückenpfeiler raste erlebte ich gerade mein persönliches Armageddon. Ich hatte an diesem Tag mündliche Prüfungen. In der ersten bekam ich eine 4, was mich ziemlich schockierte, in der 2. eine drei und in der dritte noch einmal eine vier. So ein Ergebnis hatte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht ausgemalt. Ich fuhr anschließend zu Susanne und wir beratschlagten, was zu tun sei. Ab diesem Tag begann ich mich für den Außendienst zu bewerben. Ich ließ ein schönes Foto von mir machen, schrieb einen Lebenslauf, kopierte meine Zeugnisse und kaufte mir jede Woche die Süddeutsche Zeitung und die FAZ und schrieb Bewerbungen. Jede Woche so drei oder vier. Ich packte alles in Schnellhefter und schickte es auf die Reise. Einige kamen zurück, einige luden mich aber auch zu einem Vorstellungsgespräch ein. Zwei Monate später hatte ich eine arbeit.

Heute sieht die Sache ein wenig anders aus. Ich brauche keine Zeitschrift mehr, denn ich habe das Internet, dort finde ich alle relevanten Stellenanzeigen. Ich brauche (fast) keine Bewerbungsmappe mehr zu schreiben, denn meine Bewerbungen gebe ich online ab und ich kann viel mehr Bewerbungen schreiben, denn eine Onlinebewerbung geht viel schneller. Daten eingeben, Dateien hochladen, abschicken und fertig.

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