Was bisher geschah

Meinen letzten Artikel, der einige Fakten über mein Leben enthielt schrieb ich im März. James Joyce schrieb über einen Tag (16. Juni 1904) 1000 Seiten und jetzt verlange ich von mir selber, dass ich über 7 Monate meines eigenen Lebens nur einige Zeilen schreibe. Eine Herausforderung! Aber ich werde mich ihr stellen.

  • Am 8. März schrieb ich, dass ich Krank geschrieben sei wegen plötzlich auftretender Anfälle. Es handelt sich dabei um Panikanfälle, das ist mir schon lange klar. Ich wollte eine Therapie im Klinikum Ingolstadt beginnen. Beim Vorgespräch ging es mir just so schlecht, dass ich beschloss im Krankenhaus, in der offenen Psychatrie zu bleiben. Allerdings wurde ich nach zweieinhalb Wochen wieder entlassen. Im Vergleich zu meinen Mitpatienten war ich allerdings sehr gesund.
  • Nach den Osterferien wollte ich wieder zu Arbeiten beginnen, doch der Amtsarzt verlangte zuerst eine Wiedereingliederung. Also arbeitete ich nur Halbtags. Ach ja, ein Medikament habe ich auch bekommen, ein angstlösendes Mittel, nicht Cipramil sondern einen Bruder davon, Cipralex, ich glaube ein Razemat davon. Die Wirkung ist leider äußerst bescheiden.
  • Die Beziehung zu meiner Frau wurde zusehends schlechter. Mir schien es als löse mein Anblick bei ihr einen Reflex aus sofort zu schimpfen. Das machte nicht wirklich Spaß
  • Habe ich schon erwähnt, dass ich in der Schule nur einen Jahresvertrag hatte. Der Schulrat musste also noch meinen Unterricht begutachten.
  • Und der Schulrat kam. Er war nicht angemeldet und ich war auch gar nicht besonders vorbereitet. So wurde das Ganze ein hoffnungsloses Desaster. Er erklärte mir freundlich und durchaus wohlwollend (so schien es mir jedenfalls) das er mich als Lehrer für nicht geeignet hielt.  Meine Frau war von dieser Entwicklung überhaupt nicht begeistert. Ich wurde dann noch zu einem Gespräch ins Schulamt eingeladen. Hier erklärten mir dann der Schulrat und der Rektor, dass sie der bayrischen Staatsregierung empfehlen werden mich nicht in den Schuldienst zu übernehmen.
  • Das Verhältnis zu meiner Frau und meinen Schwiegereltern wurde immer schlechter. Immer öfter blickte ich in die Zeitung und sah mich nach einer eigenen Wohnung um. Irgendwie glaubte ich aber selber nicht daran, dass ich wirklich einziehen werde. Bis meine Frau mich immer mehr drängte doch endlich auszuziehen. Schließlich fand ich eine billige Ein-Zimmer-Wohnung für 350 Euro warm und sogar möbliert. Ich packte meine sieben Sachen und verließ unser gemeinsames Haus
  • Es war um die Zeit als ich von zu Hause (meinem damaligen zu Hause) auszog und ich schon wusste, dass ich in der Schule keine Zukunft haben werde, als es mir am morgen nicht gut ging. Ich habe mich nie vor einer Arbeit gedrückt und ich wartete immer, bis ich wirklich nicht mehr konnte. An diesem Tag war es anders. Ich wollte nicht mehr und ich konnte nicht mehr und so rief ich in der Schule an, meldete mich krank und fuhr zur Ärztin.
  • Ich bin immer noch krank geschrieben. Am 13. Dezember fahre ich in eine für 6 Wochen in eine Rehaklinik und danach sehe ich weiter. Ich habe viele Ideen für meine Zukunft, vielleicht zu viele. Im Augenblick muss ich aufpassen, das ich mich nicht in Träumereien und Luftschlösser verliere.

Jetzt sitze ich hier vor meinem PC in meiner Ein-Zimmer-Bude. Hinter mir schlafen meine Kinder, denn samstags sind sie immer bei mir. Das Schreiben hat mir gut getan. Meine Gedanken sind klar und ruhig und ich fühle mic wohl. Allen meinen neuen und alten Lesern wünsche ich einen schönen Sonntag. Wir hören wieder voneinander.

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Ein Gedanke zu „Was bisher geschah“

  1. Hallo Rudi,
    schön wieder was von dir zu lesen. Auch wenn alles nicht so positiv klingt. Nutze die Zeit der Reha. Ich wünsch dir viel Kraft und das sie dir wirklich bringt, was du erhoffst. Meine steht noch bevor.
    Grüße von einer vormals stillen Leserin

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