Trauerarbeit

In meiner letzten Therapiesitzung redeten wir über meine Gefühle. Ich sagte das ich keine Gefühle spüren würde. Nun, ich hätte beinahe, als ich über meine Familie sprach geweint.Mir fällt es grundsätzlich sehr schwer über Gefühle zu sprechen, wie in einer Erzählung von Kafka kommen Gefühle meistens dann will ich nicht damit rechne. Zum Beispiel beim Anhören von bestimmten Musikstücken. Neulich hörte ich mir die Oper La Traviata an, plötzlich traten Tränen meine Augen. Diese Oper erinnert mich immer an die gemeinsame Zeit mit Susanne. Hier wird deutlich das noch viel Arbeit vor mir liegt. Es geht nicht nur darum mein Leben neu zu ordnen sondern auch meine Verluste zu verarbeiten.

In den letzten zwei Jahren habe ich fast alles verloren was mir wichtig erschien: zuerst meinen Beruf, langsam nur stückchenweise ging er von mir.

Dann meine Frau. Der Verlust begann hier schon viel früher. Irgendwann vor vielen Jahren schliefen wir das letzte Mal miteinander. Es war nicht gleich das Ende, doch die Liebe die sich zuerst von ihr bekommen hatte ging an meine Kinder über. Susanne ist scheinbar nicht fähig ihre Zuneigung zu teilen. Unsere Beziehung waren nur noch ein Zweckbündnis um unsere Kinder zu erziehen. Als meine Frau glaubte, dass ich meinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen könne (durch den Verlust meiner Arbeit) ging unsere Beziehung endgültig zu Bruch.

 

Doch es lohnt nicht nur an Vergangenes zu denken. Vor mir liegt eine wichtige Arbeit: ich muss mir neues Leben aufbauen, eine neue Arbeit und eine neue Beziehung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s