Auf dem Bahnhof

Dieses Wochenende nun fuhr ich zu meiner Mutter. Ich war nervös, ich habe sie seit dem Sommer nicht mehr gesehen, nicht ahnend, dass ich sie ein halbes Jahr später todkrank wiederfinden würde.

Ich habe mir am Freitag Urlaub genommen und fuhr in der Früh nach Straubing. Mit Hans Habe ich ausgemacht, dass er mich vom Bahnhof abholen sollte. Er musste ohnehin in die Stadt. Zum einen wollte er meine Mutter besuchen und zum anderen brachte er meine Schwester Renate zu ihrer Psychotherapeutin.

Nun stand ich am Bahnhof und wartete. Ich ging auf und ab und war nervös. Wie würde meine Mutter reagieren. Vielleicht sahen wir uns dieses Wochenende zum letzten Mal. Ich saß mich auf eine Bank, stand wieder auf, ging umher, saß mich wieder hin. Irgendwann kamen mir die Tränen, die ich mit einem Taschentuch trocknete. Es ging mir nicht gut, ich hatte Angst, meiner Mutter jetzt nach so langer Zeit wieder unter die Augen zu treten. Vielleicht ist auch etwas Schuldgefühl mit dabei. Ich bin und war kein besonders guter Sohn. Zweimal, vielleicht dreimal im Jahr hatte ich sie besucht und jetzt würde sie vielleicht sterben. Ich glaube ich bin unfähig, alle meine Gedanken und meine Gefühle, die mich bewegten. Ich war sehr früh am Bahnhof und wartete mehr als eine Stunde.

Irgendwann rief mich meine Schwester an, ich solle doch in die Stadt gehen, in der Fraunhoferstraße hätte sie einen Termin. Nun, das machte mir nichts aus. Ein kleiner Spaziergang würde meinen überreizten Nerven gut tun.

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