Das Wiedersehen

Hans fuhr mich zum Krankenhaus und setzte mich vor dem Haupteingang ab. Klopfenden Herzen ging ich die drei Stockwerke nach oben. Zimmer 33014, ein Eckzimmer. Da war es. Ich drückte die Klinke nach unten, öffnete die Tür nach außen. Rechts von mir eine etwas ältere Frau mit roten Haaren, daneben ein Bett, das unberührt war und diesem gegenüber eine ältere, weißhaarige Frau. Ein Bett fehlte.

„Suchen Sie Frau B.? Sie ist gerade in der Untersuchung!“. Ich nickte verlegen und war mir nicht sicher, was ich tun, was ich sagen sollte. Ich setzte mich zuerst an den kleinen Tisch, stand dann auf, ging nach außen, setzte mich einem Arztzimmer gegenüber und wartete. Irgendwann stand ich wieder auf. Ich ging in das Zimmer zurück. Meine Mutter war immer noch nicht da. Nach kurzer Zeit öffnete sich die Tür und ein Bett wurde hereingeschoben. Es war meine Mutter, die gerade von der Biopsie nach oben gefahren wurde. Sie war bei Bewusstsein und als sie mich sah, traten ihr Tränen in die Augen und mir auch. Diese Phase dauerte aber nicht sehr lange. Sie erzählte mir von ihren Untersuchungen und das Gespräch gleitete sehr schnell in belangloses Fahrwasser. So richtig gute Gespräche haben meine Mutter und ich noch nie geführt. Dazu waren unsere Leben zu fremd. Leider. Bald kam Hans. Ich weiß nicht mehr, über was wir dann noch redeten. Ich stellte mir nur immerfort die Frage. Was wird nun werden? Wird meine Mutter sterben oder hat sie noch eine Chance, dieses Jahr zu überleben

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