Selffulfilling Prophecy – oder doch nicht?

Den Begriff der sich selbsterfüllenden Prophezeiung kennt man aus der Psychologie: Man nimmt an, dass, dass ein schlechtes Ereignis eintritt und in der Tat, es tritt wirklich ein. Das hat nichts mit Esoterik zu tun, sondern vielmehr mit einer Erwartungshaltung. Wer ein Ereignis erwartet, hat eine größere Chance, dass es Eintritt.

Mit Selffulfilling Prophecy habe ich jahrelang meine Panikstörungen etwas in Schach gehalten. Diese Äußern sich so, dass ich plötzlich nicht mehr gehen kann, mich kaum mehr richtig bewegen kann und auch nicht mehr besonders gut fähig bin zu sprechen. Das ging so: Ich hatte einen Anfall und ich dachte mir, dass der nächste Anfall jetzt mindestens eine Woche auf sich warten ließe und in der Tat, es war so. Eine zeitlang wurde mir nur immer montags schlecht. Damit habe ich jahrelang gelegt. Diese Sicherheit ist aber trügerisch, da diese Anfälle keinem Zeitschema folgen. Sie folgen einem anderen Schema, nämlich dem Schema, dass es mir dann schlecht geht, wenn ich meinen Körper psychisch – trügen wir es mal so aus – mißhandle.

So wie heute. Wie ich gestern schrieb, war mir gestern Abend ziemlich schlecht und ich ging guter Dinge in meinen Vortrag „Verkaufen bei Ebay“. Kaum hatte ich aber angefangen, merkte ich, dass ich anfing zu schwitzen, meine Beine wurden schwer. Ein Teil von mir dachte, das kann doch nicht sein. Nicht schon wieder. Doch es ging mir immer schlechter. Ich versuchte den Kurs mehr oder weniger gut über die Runden zu bringen. Der Schweiß rann mir in Bächen von meiner Stirn und mein Hemd klebte mir auf den Rücken. Mein Vortrag oder besser mein Seminar war nicht besonders gut, doch ich brach nicht ab. Ich denke, dass ist ein Punkt auf den ich wenigstens Stolz sein kann.

Nun, was lerne ich daraus: Auf dieses dumme Zeitschema kann ich mich nicht verlassen. Dass das Unsinn ist, denke ich mir schon lange und es hat mir nur geholfen, weil diese Anfälle im Kopf anfangen. Ein Wort muss ich noch klären. Eingangs schrieb ich, dass ich meinen Körper psychisch mißhandle. Ich meine, dass ich meine Psyche bekämpfe. Ich mache das nicht bewusst, aber unbewusst kämpfe ich eine Schlacht gegen mich selbst,. Ich weiß, dass es Unsinn ist gegen sich selber zu kämpfen. Hier ist die Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung. Der zweite Schritt ist, dass ich beginne mich selber und mein Leben zu akzeptieren. In meiner ganzen Einzigartigkeit, so wie ich bin.

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