Die Frauen und das Bier

Der Feierabend hatte mich wieder und ich saß im Zug Richtung Ingolstadt. Ich komme immer ein wenig früher, da ist der Zug noch leer und ich kann mir einen Platz nach meinen Wünschen aussuchen. Kurz vor Abfahrt des Zuges kam eine Gruppe Frauen in den Zug. Die meisten schon etwas älter, so um die 60 herum, mit bunten Hüten und bunten Blumenkränzen um den Hals. Ich weiß gar nicht mehr warum und wieso aber plötzlich saßen zwei Frauen mir gegenüber.
„Weißt du, wie man mit dem Feuerzeug eine Bierflasche öffnet?“, fragte mich eine davon mit unverkennbaren schwäbischen Dialekt. Nein, mit einem Feuerzeug konnte ich es nicht, aber mit einem Messer, doch ein solches hatte ich nicht bei mir. Trotzdem versuchte ich es und gab erst auf, als ich schon ein paar Schrammen in meiner Hand hatte. Plötzlich fiel mir ein, dass ich vielleicht eine Gabel in der Tasche haben könnte, denn gelegentlich esse ich Salat und dafür brauche ich sie. Tatsächlich, mit der Gabel ging es.
Ich kam dann ein wenig mit den Damen ins Gespräch. Natürlich, es war Weiberfasching und die Damen waren von Schwabach kommend unterwegs und feierten im Hofbräuhaus. Da war zwar nichts los, aber lustig war es trotzdem. So verging die Fahrt wie im Flug. Als ich mich Ingolstadt näherte ertappte ich mich dabei, dass ich noch gerne sitzen geblieben und mit ihnen mitgefahren wäre. Eine Frau erzählte von ihrem Mann, der vielleicht jetzt auch noch ein wenig auf ein Bier weggeht. Es erinnerte mich an Familienleben, an trautes zusammensein, an zusammen alt werden. Ein Spur von Sehnsucht kam in mir auf.

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