Susannes Anwalt

Ich lese sehr gerne Witze und es werden dort sämtliche Berufsgruppen durch den Kakao gezogen. Oft finde ich es überzogen und es stimmt meistens auch nicht. So ist es blödsinn, zu behaupten Beamten würden den ganzen Tag im Büro schlafen.

Seit gestern weiß ich allerdings, dass in den Anwaltswitzen sehr viel Wahrheit steckt.

Was ist passiert:

Alles fing bei McDonalds an. Ich tigerte ein wenig durch die Stadt. Musste an meiner Seminararbeit weiterschreiben. Hatte aber irgendwie keinen Plan und landete bei dem eben erwähnten FastFood Restaurant. Ich hatte mich eben hingesetzt als sich ein Mädchen aus einer Gruppe laut gackernder Mädchen löste und auf mich zukam. Sie fragte mich nach der Zeit und ich holte mein Handy hervor. Das Mädchen hatte sicherlich kein Interesses die Uhrzeit zu erfragen, eher hatte ich das Gefühl sie wollte mich ärgern oder anmachen oder fand mich irgendwie lustig. Zugegeben, ich sah auch nicht besonders aus. Unrasiert, eine alte Jeans, bei der ständig der Reißverschluss nach unten rutschte. Doch das war eigentlich die Geschichte für einen anderen Post.

Auf jeden Fall sah ich auf meinem Handy 7 Anrufe. Da war irgendetwas wichtiges, zumindest für Susanne wichtiges – das wir ja in der Meinung, welche Themen wichtig sind und welche nicht stark differieren dürfte dir schon aufgefallen sein – passiert. Dazu noch zwei Nachrichten auf der Mailbox, ich müsse sie dringend zurückrufen.

Da ich in dem Lokal nicht telefonieren konnte, vor allen Dingen nicht mit der Schar Hühner direkt neben mir, nahm ich meinen Burger und mein Cola, ging ins Auto und hörte, was entsetzliches passiert war.

Susanne hatte die Rechnung von ihrem Anwalt bekommen. 8000 Euro. Du kannst die Zahl noch einmal lesen, mir musste Susanne sie zweimal sagen, damit ich es glaubte. Er verlangte 2000 Euro für die Scheidung. Das geht ja gerade noch in Ordnung. Doch darüber hinaus hat er über 6000 Euro für die Scheidungsvereinbahrung verlangt, die Susanne und ich mit dem Ingolstädter Notar getroffen haben. Susanne hat es ihm erzählt, er hat einen Blick drüber geworfen und es ein wenig modifiziert, ohne natürlich entscheidendes zu verändern. Das war der eine Posten. Dazu kam dann noch eine Einigungsgebühr, auch von 2500 Euro. Dieser Betrag ist eine Frechheit, denn wir waren uns einig, es gab also nichts zu einigen und schon gar nichts, was einen so hohen Betrag rechtfertigen würde. Du kennst meine Devise, keine Namen zu nennen und ich nenne auch jetzt keinen Namen, aber wenn du vor hast, dich scheiden zu lassen und dir einen Ingolstädter Anwalt nimmst, dann sei auf der Hut.

Eben saß ich wieder bei McDonalds (ab morgen nehmen ich aber wirklich ab, großes Indianerehrenwort) und telefonierte wieder mit Susanne. Sie hat eben mit dem Mann einer Kollegin von ihr telefoniert, auch ein Anwalt, der sagte, dass diese Rechnung eine Frechheit sei und wir auf jeden Fall dagegen vorgehen müssen.

Übrigens: Der Anwalt meiner Frau hat es so gemacht, dass die Rechnung meine Frau bezahlen muss. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, dass ich das ohnehin nicht bezahlen kann. Womit er Recht hat.

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