Sexloses Haus

Kurz will ich einen Gedanken wiedergeben der mir heute kam, als ich vom Auto in meine Wohnung ging, oder soll ich besser sagen schwankte? Ich habe in meinem letzten Post kurz erwähnt, dass es mir heute gar nicht gut.

Mir kam der Gedanke, dass in dem Haus, das jetzt meiner Frau gehört noch nie Sex stattgefunden hat. Schon als wir einzogen schliefen wir schon einige Zeit nicht mehr miteinander. Susanne hat sich mir einfach verweigert. Natürlich war ich darüber nicht sehr froh und sie erklärte mir nie, warum eigentlich nicht. Es ist nichts vorgefallen, was einen konkreten Schritt von ihrer Seite her ausgelöst hätte. Gut, wir schmusten ein paar Mal zusammen und einmal habe ich sie auch an intimen Stellen gestreichelt, doch ein Sexualleben kam nicht mehr zustande.

Warum mir heute dieser Gedanke kam, während meine Mutter im 120 km entfernten Straubing vielleicht im sterben liegt oder zumindest schwer krank ist, weiß ich nicht. Ich dachte mir, dass Susanne vielleicht in ihrem Leben nie mehr Sex haben wird. Was mich da so sicher macht? Ich kenne sie, sie ist ein Mensch, der tausendfach alles hinterfragt und das, was sie mir zugemutet hat hält kein Mensch und erst recht kein Mann aus. Sie ist in den nächsten Jahren mit den Kindern beschäftigt und manchmal kommt mir der Gedanke, dass sie sich noch mit den Kindern beschäftigt wenn sie schon längst aus dem Alter heraus sind. Da kommt wohl noch einiges auf uns (und auch auf dich, lieber Leser) zu.

Ein kurzer, scheinbarer sinnloser Themenwechsel: Als Jugendlicher und später noch ein- oder zweimal las ich „Die Abenteuer von Huckleberry Finn“. Das Buch gefiel mir nicht, während ich „Tom Sawyer“ verschlang. Als Erwachsener habe ich darauf etwas ganz entscheidendes gelernt, nämlich das der Character das Leben bestimmt und da Huck Finn ein völlig anderer Character ist entsteht ein anderes Buch. Eines der bedeutensten Bücher der Weltliteratur.

Genauso kann ich Susannes Leben in 10 oder 15 Jahren antizipieren. Irgendwann sind die Kinder aus dem Haus und wehren sich dagegen von ihr bemuttert zu werden. Sie wird in ein tiefes Loch fallen und feststellen, dass da keiner mehr ist. Ich hoffentlich auch nicht mehr. Vielleicht habe ich bis dahin schon eine andere Partnerin. Ich will es mir wünschen, denn wenn nicht, dann besteht die Gefahr, dass diese Beziehung wieder auflebt.

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