Elfriede

Mein Computer spielt Musik und ich schreibe von Elfriede. Die Beziehung mit ihr währte über zwei Jahre und es gibt unzählige Begebenheiten, die ich erzählen könnte, doch tue ich es nicht, denn das soll den Posts vorbehalten bleiben.

Die Beziehung gliederte sich in zwei Teilen, wobei ich den ersten Teil nicht als Liebesbeziehung deute, denn es war sehr einseitig und wurde von ihr auch bald beendet.

Ich arbeitete in der Bäckerei S. in Mitterfels und sie auch. Sie als Hausmädchen und ich als Bäcker. In der Bäckerei gab es einen sehr hohen Verschleiß an Lehrmädchen, denn die Chefin war nicht gerade angenehm. Das machte mir aber nichts, denn mit ihr hatte ich nichts zu tun.

Unsere erste Begegnung: Vielleicht schreibe ich mal darüber später genauer, doch eigentlich dauerte es nur sehr kurz. Ich brachte einen Eimer mit Müll zum Container und sie hatte zufälligerweise den gleichen Weg. Meine Vorstellungskraft hebt die Bilder aus der Erinnerung empor und sie laufen vor meinem Auge ab wie ein richtiger Film. Ich sehe ihr schulterlanges, dunkles Haar und ihr lächeln. Wir kannte uns nicht. Beide hatten wir am selben Tag angefangen. Das ich an ihr interessiert war erkannte sehr schnell jeder, der nur ein wenig die Augen offen hielt. Sie wahrscheinlich auch, obwohl sie nie etwas sagte.

Irgendwann fragte ich sie, ob sie mit mir zum tanzen gehen wolle. Zuerst sagte sie ja, doch später wiederrief sie ihre Zustimmung. Wir gingen dann doch noch aus, irgendwann im Mai.

Ihr Vater hatte daraufhin einen schweren Umfall und ich durfte sie mehrmals nach Hause fahren, da ihre Mutter keine Zeit mehr hatte und am Donnerstag (glaube ich) hatte sie immer frei.

Im Sommer beendete sie dann die Beziehung, denn sie empfand nichts außer kollegiale Freundschaft für mich. Anfangs war ich traurig, doch hatte ich das sehr bald überwunden.

Ich lernte Rosi kennen. Davon berichte ich als nächstes. Doch diese Beziehung hielt nur ein paar Monate. Ich kam zum  Bund, meine Zeit in der Bäckerei S. endete und ich kam zum Bund. An  dem Tag, als ich in der Bäckerei aufhörte schmuste ich am Abend zum ersten Mal mit Elfriede. Ich weiß heute nicht mehr, warum ich die Beziehung vorerst nicht weiter führte. Wir trafen uns gelegentlich beim Tanzen, mehr war vorerst nicht.

Erst im Herbst begann unsere Beziehung dann richtig. Wir gingen miteinander. Aber nicht ins Bett. Sie wollte nicht mit mir schlafen. Aus heutiger Sicht kann ich das nur so kommentieren, dass sie sich doch nicht so sicher war. Ich war auch ein Unsicherheitsfaktor, redete immer von Schule und studieren. Sie konnte wohl damit nicht viel anfangen. Wir waren oft bei ihr und ihren Eltern zu Hause und sahen uns die Dornenvögel und Wetten dass? an und das sogar manchmal gleichzeitig. Vieles könnte ich über diese Zeit berichten und vielleicht mache ich es auch noch, aber nicht heute.

Irgendwann muss sie einen anderen Mann kennengelernt haben. Das erfuhr ich natürlich damals nicht, es fiel mir nur ein paar Jahre später ein und je mehr ich darüber nachdachte desto stimmiger war es. Er war Polizist. Silvester 1986 waren wir nicht zusammen. Jeder verbrachte die Neujahrsfeier auf seine eigene Art, ich glaube, ich blieb zu Hause.

Am 7. Januar trafen wir uns in einem Café in Mitterfels. Es hieß „Der Trichter“. Wir saßen uns gegenüber und sie sagte mir, dass sie die Beziehung beenden wolle. Ich war zwar ein wenig traurig, doch nicht sehr, denn die Beziehung war schon lange Tod, wenn sie denn überhaupt je gelebt hatte.

Ein paar Monate später starb ein Großonkel von mir, ich will ihn einfach Albert nennen, und auf der Beerdigung hörte ich zum ersten Mal, dass sie einen Freund habe. Das enttäuschte mich, denn ich dachte, sie würde als alte Jungfer sterben.

Und dann sah ich sie. Auf dem Straubinger Gäubodenfest. Sie gingen händchenhaltend und waren sehr verliebt. Ich weiß nicht, ob wir beide uns jemals so innig bei der Hand gehalten haben.

Jetzt unsere letzte Begegnung: Meine Mutter schickte mich zur Apotheke um ein Medikament zu holen und dort traf ich Elfriede. Es muss so 1990 gewesen sein, denn meine Gedanken waren damals von Brigitte ausgefüllt (noch nicht von Susanne, die kam erst später). Wir redeten ein paar Minuten miteinander, ich erzählte ihr, dass ich Biologie studiere. Sie war darüber ganz offensichtlich sehr erstaunt und dann trennten sich unsere Wege wieder und kreuzten sich seitdem nicht mehr.

Neulich habe ich ein wenig bei Facebook gesurft und ihren Namen eingegeben (ihren Familiennamen weiß ich, denn ich sah ihr Aufgebot auf dem Mitterfelser Gemeindeamt). Ich fand mehrere Einträge und ein sehr kleines Bild, dass sie durchaus sein könnte. Leider ist ihr Profil nicht öffentlich und ich wollte sie nicht stören. Ich fragte mich aber, ob sie wohl manchmal an mich dachte und mich vielleicht schon einmal gegoogelt hat. Wenn sie das getan hat, dann hat sie mich auf jeden Fall gegoogelt, denn unter meinem Namen bin ich auch zu finden und zwar sehr leicht, was man von ihr natürlich nicht erwarten kann.

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