Resi

Resi lernte ich kennen,nachdem ich die Berufsoberschule abgeschlossen hatte. Von ihr gehört habe ich aber schon ein paar Monate früher.

In meinem zweiten Jahr in der Berufsoberschule bekamen wir eine neue Schülerin, Claudia. Ein etwas blasses und schüchternes Mädchen. Sie war von  der BOS Landshut nach Regensburg gewechselt. Keine Kluge Entscheidung, denn der Wechsel tat ihr nicht gut und so viel ich weiß, hat sie zumindest in diesem Jahr die Prüfung nicht bestanden. Ob später, weiß ich nicht. Wir verloren uns bald aus den Augen.

Claudia wohnte ganz in meiner Nähe und eines Tages bat sie mich, ob ich sie nicht mit nach Hause nehmen könne. Selbstverständlich willigte ich ein. Auf der Fahrt erzählte sie mir, dass sie bei einer Freundin wohne. Ihre beste Freundin, wie sie mehrmals betonte. Ich lieferte sie in Bogen, einer kleinen Stadt ganz in der Nähe von Mitterfels ab, fuhr nach Hause und vergaß das wieder. Die Monate vergingen, ich machte mein Abitur und fing bis zu meinem Studium in einer Bäckerei an.

Einige Zeit später war ich im Tanzlokal Tiffany, damals mein bevorzugter Platz zum Fortgehen. Dort traf ich Claudia wieder und sie hatte eine Freundin bei sich, Resi. Es war das Mädchen, von dem sie mir erzählte, dass es ihre beste Freundin sei.

Während Claudia mich überhaupt nicht interessierte gefiel mir Resi sofort.

In der Erinnerung drängen sich die Zeiten gerne zusammen und so weiß ich nicht genau, wann ich sie zum tanzen aufforderte. Ich habe sie wohl mehrmals zum tanzen aufgefordert, doch ich meine einen bestimmten Tanz.

Den Tanz, der kein Ende zu nehmen schien und von dem ich auch hoffte, dass er niemals ein Ende nehmen würde und bei dem ich für kurze Zeit zumindest in den siebten Himmel tanzte. Die Musik war anfangs flott und wurde dann immer langsamer. Ich kam ihr immer näher. Irgendwann lies ich meinen linken Arm wie leblos nach unten gleiten. Sie ließ es zu und wir tanzten schließlich eng umschlungen und küssten uns ungeniert auf der Tanzfläche. Doch das taten viele, wir fielen gar nicht auf.

Später fuhr ich sie dann nach Hause. Sie war mit Claudia hier, aber sie wollte lieber mit mir zusammen sein. Wir gingen zum Straubinger Parkplatz, setzten uns ins Auto. Natürlich fuhren wir nicht gleich los, sondern wir schmusten.

Meine Hand glitt an ihrem Körper entlang, über ihre Brüste (sie war angezogen, wohl gemerkt) zu ihrer Jeans (ich bilde mir ein, sie trug eine Jeans, genau weiß ich es nicht mehr). Meine Finger suchten die Knöpfe und öffneten ihre Hose und meine Hand glitt nach innen zu ihrem Slip und ich begann sie zu streicheln. Noch heute erregt mich die Erinnerung daran.

„Was machst du denn da?“, hörte ich sie sagen. Doch ihr Gesichtsausdruck (den ich natürlich nur erahnen konnte, denn es war finster) und ihr leises stöhnen sagten mir, ich dürfe ruhig weiter machen. Ich muss hier noch der Vollständigkeit halber anführen, dass meine Zärtlichkeiten an der Oberfläche blieben. Ich streichelte also nicht ihre Klitoris, denn so weit war ich damals noch nicht.

Danach fuhr ich sie nach Hause. Sie bat mich nicht mit nach oben, ich  weiß auch nicht, ob sie alleine gewesen wäre. Dieses Erlebnis war mein bis Dato erotischtes Erlebnis überhaupt und hat in der Galerie meiner Erinnerung einen Ehrenplatz, genau wie Resi.

An was erinnerte ich mich noch? Ob ich Lust auf eine Straßenpizza hätte, fragte sie mich eines Tages im Tiffany. Und wir zogen los. Allerdings kaufte ich mir damals keine, aber sie ließ mich probieren.

„Nimm doch nicht den ganzen Schinken“, sagte sie, in einem Ton, der eher einem kleinen Flirt glich als einem Tadel.

Resi spielte Musik in einer Musikgruppe in Mitterfels, Querflöte glaube ich. Sie lud mich zu einer Probe ein, später auch zu einem Konzert, zu dem ich allerdings aus irgendeinem Grund nicht ging. Unsere lockere Freundschaft hielt bis etwa zum Fasching. Immer wieder trafen wir uns eher zufällig im Tiffany, wir schmusten auch ab und zu miteinander, doch sie ließ nicht zu, das sich etwas zwischen uns entwickelte. Sie war auf der Suche nach einer festen, dauerhaften Beziehung und ich stand vor dem Studium, was aller Voraussicht nach Jahre dauern konnte. Aber alle paar Wochen mit ihr Schmusen war auch ganz nett. Allerdings gingen wir nie mehr so weit, wie ich es oben beschrieben habe. Wir schliefen auch nicht zusammen. Wir waren eigentlich richtig gute Freunde.

Am Fasching ging sie zu einem Faschingsball. Ich kam aber nicht. Ich weiß nicht mehr, wo ich an diesem Abend war. Vielleicht zu Hause.

Später telefonierten wir.

„Sei froh, dass du nicht dort warst. Ich war nämlich nicht alleine!“ Damit sagte sie mir, dass sie jetzt einen festen Freund hatte. Resi machte sich Sorgen um mich, dass mir diese Neuigkeit zu schaffen machen würde. Das tat es aber nicht sehr, denn eine richtige Beziehung war es eigentlich am Schluss nicht mehr.

Von den vielen Menschen, die diese Seiten hier bevölkern wünschte ich mir wirklich, ich würde erfahren, was aus Resi geworden ist. Die Versuchung ist groß, hier ihren vollen Namen zu schreiben, leider weiß ich ihn nicht.

Resi, solltest du diese Zeilen hier lesen und dich an mich, an Rudi, erinnern dann schreib doch ein paar Zeilen. Ich will einfach nur wissen, dass es dir gut geht und du sollst wissen, dass dir ein Platz in meinem Herzen sicher ist für alle Zeiten.

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