Susanne

Nicht unter Verwandte sondern und Liebschaften kommt Susanne. Meine langjährige Freundin, Gefährtin, Ehefrau und  Ex-Ehefrau.

Was soll ich von ihr schreiben? Wie ich sie kennen lernte. In der Mensa war es. An einem Freitag, am Tag vor meiner zweiten Matheklausur. Sie kam mit Brigitte, einer Freundin von ihr (und in dieser Rubrik bekommt sie auch noch einen Eintrag). Zuerst interessierte ich mich für Brigitte, doch im Sommer schlug mein Herz nur noch für Susanne.

Und es war Liebe. Von meiner Seite aus und auch von ihrer. Wir schliefen regelmäßig miteinander. Wenn sie Stress hatte (meistens vor Prüfungen) weniger, später mehr und als wir ein Kind wollten jeden Tag.

Zuerst wohnten wir getrennt, jeder in seiner Studentenbude. Wir sahen uns jeden Tag, doch jeder hatte in den meisten Fällen andere Vorlesungen und Seminare, denn uns trennte ein Studienjahr (sie war vor mir). Nach dem Ende meines Biologiestudiums zogen wir zusammen. Sie hatte tierischen Ärger mit ihren Eltern, denn sie verschob die Prüfungen Jahr um Jahr. Ihr Vater wollte ihr kein Geld zahlen (tat er dann doch, doch der Bruch war vorerst vorhanden). Wir zogen also zusammen. Ich studierte Hauptschullehramt und arbeitete in der Nacht in einer Bäckerei. Nebenbei versuchte ich Susanne noch bei ihren Studien zu unterstützen. Eben fällt mir ein, dass ich diese nicht gerade schöne Zeit fast vergessen hatte.

Susanne schaffte das Studium und begann Hauptschullehramt zu studieren. Nachdem sie fertig war zogen wir wieder in zwei getrennte Wohnungen. Sie nach Neuburg und ich blieb in Regensburg. Machte mein zweites Staatsexamen und fing als Pharmareferent an. Die Zeit war schön. Und der Sex schön und auch heiß. Wirklich! Genauer ins Detail gehen will ich da nicht. Vielleicht schreibe ich mal einen Post darüber.

Sie nahm die Pille. Am Ende ihres Referendariats setzte sie sie ab, wurde aber nicht gleich schwanger.

Wir heirateten und zogen nach Vohburg an der Donau. Ein Jahr blieben wir dort und arbeiteten beide als Pharmareferenten.

Susanne wurde schwanger. Leider ein Abgang. Kein gerade schönes Gefühl. Wir waren beide sehr traurig.

Wir bekamen beide eine Stelle als Hauptschullehrer und wurden nach Peiting versetzt. Als Lehrer bin ich nicht besonders gut und außerdem wurden wir beide nicht verbeamtet. Um Weihnachten bewarb ich mich bei N. und wurde im auch genommen.

Susanne war wieder schwanger,. Wir hatten beide Angst um das Kind, denn der erste Abgang hatte uns beide traumatisiert.

Ich fing bei N. an, Susanne ließ sich zurück nach Ingolstadt versetzen und brachte Adrian zur Welt.

Das erste Jahr war hart. Wir schliefen vielleicht zwei oder dreimal miteiander. Außerdem gefiel es uns in der neuen Wohnung nicht mehr. Ein Jahr später zogen wir um. Ab da schliefen wir auch wieder regelmäßig miteinander.

Einige Zeit später war Susanne wieder schwanger. Kurze Zeit später brach sie jeden sexuellen Kontakt mit mir ab. Warum, darüber kann ich nur rätseln. Sie verweigerte sich einfach. Mich machte das traurig und deprimierte mich. Ich hätte mir eine Freundin suchen können oder zumindest zu einer Prostituierten gehen können. Tat ich aber nicht (halt: Einmal, das war aber früher, vielleicht erzähle ich darüber eines Tages).

Als Aurelia auf der Welt war, beschloss ich zu bauen. Dieses Projekt war ein großer Unsinn. Erst einmal bildete ich mir ein, dass Susanne im neuen Heim wieder Lust auf mich bekäme, das war mein erster Fehler. Der zweite, viel gravierende war, dass ich zu ihren Eltern, meinen Schwiegereltern baute. Wir verstehen uns nicht, verstanden uns nie und mich belastete ihre ganze Art. Was du je über Schwiegermütter und Schwiegerväter negatives gelesen hast, trifft hier zu. Doch ich hielt das tapfer aus.

Nachdem wir gebaut hatten nahmen meine Schwierigkeiten bei N. immer mehr zu. Ich war übermüdet, kümmerte mich um meine Kinder, versuchte meine Frau zu unterstützen. Lob oder ein freundliches Wort waren selten. Immer wieder nickte ich auf Tagungen leicht ein, schließlich auch auf einer Ärzteveranstaltung, was mir eine Abmahnung einbrachte. Einige Monate kam es zu betriebsbedingten Kündigungen und mir wurde ein Abfindungsvertrag angeboten. Ich wollte zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr. Ich nahm an.

Die Beziehung zu Susanne wurde immer schlechter. Ich war zu Hause. Sollte mich um den Haushalt kümmern, versuchte aber auch mich beruflich neu zu finden, was mir nicht gelang. Ich schlief schon längst unten im Keller. Das war mir auch lieber. Neben einem Menschen zu schlafen, der jeden sexuellen Kontakt verweigert ist nicht sehr angenehm.

Nach einem Jahr fing ich in der Hauptschule an. Meine periodisch auftretenden Anfälle wurden zu einem Problem, außerdem bereitete ich den Unterricht nicht so vor, wie ich sollte. Ich denke, dass ich eigentlich ganz andere Ziele hatte, diese mir aber nicht eingestand.

Immer wieder sah ich mich in der Zeitung nach einer Wohnung für mich um. Ich wollte weg, aber auch wieder nicht, wegen der Kinder. Irgendwann musste ich mit der Sprache herausrücken, dass ich nicht mehr in der Schule arbeiten konnte. Um es genauer auszudrücken: Ich wurde gefeuert. Es war wohl auch das Beste für mich.

Ich hatte in der Zeitung eine kleine Wohnung entdeckt. Ich sagte es Susanne. Ich glaube, ich hoffte, dass sie vielleicht doch die Beziehung retten wollte. Keine Chance, ich solle die Wohnung nehmen. Was ich auch tat.

Einen Tag später ging sie zum Scheidungsanwalt und ließ gleich eine Klage wegen fehlender Unterhaltsleistungen folgen, obwohl ich ihr noch keine Unterhaltszahlungen schuldig geblieben bin. Das bin ich auch nicht. Bis heute!

Die Scheidung wurde irgendwann im Februar amtlich. Das genaue Datum habe ich mir nicht gemerkt. Warum soll ich mich auch an die Katastrophen in meinem Leben so gut erinnern.

So ist der Stand der Dinge.

Eigentlich ist diese Seite eine Seite, die von mir handelt. Natürlich! Ich bin der Autor dieses Posts und ich kann nur meine Sicht der Dinge schreiben. Wenn Susanne eine Seite schreiben müsste, dann sähe das sicherlich anders aus. Doch das tut sie nicht. Ich glaube, ihr ist nicht einmal bewusst, dass dieser Blog existiert und das sie eine Hauptrolle darin spielt. Zumindest bis jetzt. Doch das kann sich bald ändern.

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