Kinder bei mir

Ich schreibe  hier meine ersten Einträge mit meinen neuen Lifetab. Ich kann damit schneller schreiben als ich es  mir eientlich vorgestellt habe. Das zehnfingersystem klappt sogar auch ganz gut.
Also auf jeden Fall sind heute meine Kinder bei mir. Mene Frau, das heisst natürlich meine Exfrau, hat wie üblich keine Zeit. Noch dazu hat  sie mir ebe berichtet, dass  die Kinder in den Pfingstferien einen Zahnrzttermin haben. Genau in dem Zeitraum, in dem mir zu  meiner Tante fahren wollten. Ich habe es mittlerweile aufgegeben mih darüber aufzuregen, es hilft ja ohnehin nichts.
Je mehr  ich schreiben, umso besser gehtnes mir von der Hand. Allerdings möchte ich darauf nicht  mein Avs schreiben.
Ich denke, ich könnte mich daran gewöhnen

Sexloses Haus

Kurz will ich einen Gedanken wiedergeben der mir heute kam, als ich vom Auto in meine Wohnung ging, oder soll ich besser sagen schwankte? Ich habe in meinem letzten Post kurz erwähnt, dass es mir heute gar nicht gut.

Mir kam der Gedanke, dass in dem Haus, das jetzt meiner Frau gehört noch nie Sex stattgefunden hat. Schon als wir einzogen schliefen wir schon einige Zeit nicht mehr miteinander. Susanne hat sich mir einfach verweigert. Natürlich war ich darüber nicht sehr froh und sie erklärte mir nie, warum eigentlich nicht. Es ist nichts vorgefallen, was einen konkreten Schritt von ihrer Seite her ausgelöst hätte. Gut, wir schmusten ein paar Mal zusammen und einmal habe ich sie auch an intimen Stellen gestreichelt, doch ein Sexualleben kam nicht mehr zustande.

Warum mir heute dieser Gedanke kam, während meine Mutter im 120 km entfernten Straubing vielleicht im sterben liegt oder zumindest schwer krank ist, weiß ich nicht. Ich dachte mir, dass Susanne vielleicht in ihrem Leben nie mehr Sex haben wird. Was mich da so sicher macht? Ich kenne sie, sie ist ein Mensch, der tausendfach alles hinterfragt und das, was sie mir zugemutet hat hält kein Mensch und erst recht kein Mann aus. Sie ist in den nächsten Jahren mit den Kindern beschäftigt und manchmal kommt mir der Gedanke, dass sie sich noch mit den Kindern beschäftigt wenn sie schon längst aus dem Alter heraus sind. Da kommt wohl noch einiges auf uns (und auch auf dich, lieber Leser) zu.

Ein kurzer, scheinbarer sinnloser Themenwechsel: Als Jugendlicher und später noch ein- oder zweimal las ich „Die Abenteuer von Huckleberry Finn“. Das Buch gefiel mir nicht, während ich „Tom Sawyer“ verschlang. Als Erwachsener habe ich darauf etwas ganz entscheidendes gelernt, nämlich das der Character das Leben bestimmt und da Huck Finn ein völlig anderer Character ist entsteht ein anderes Buch. Eines der bedeutensten Bücher der Weltliteratur.

Genauso kann ich Susannes Leben in 10 oder 15 Jahren antizipieren. Irgendwann sind die Kinder aus dem Haus und wehren sich dagegen von ihr bemuttert zu werden. Sie wird in ein tiefes Loch fallen und feststellen, dass da keiner mehr ist. Ich hoffentlich auch nicht mehr. Vielleicht habe ich bis dahin schon eine andere Partnerin. Ich will es mir wünschen, denn wenn nicht, dann besteht die Gefahr, dass diese Beziehung wieder auflebt.

Die Welt ist klein

Sogar die Welt des Internets ist manchmal sehr klein, das konnte ich letzte Woche feststellen. Ich erzählte doch von meinem Internetpraktikum, wir sind 8 Trainees. Einer kommt aus Berlin, einer aus der Steiermark, ein Teilnehmer aus Luxemburg und ein Mädchen aus Ingolstadt. Natürlich interessierte mich ihr Profil ganz besonders, erstens weil sie so nahe ist und zweitens natürlich weil sie eine Frau ist. So habe ich mich mit ihr ein wenig über Skype ausgetauscht. So ganz nebenbei bekam ich heraus, dass sie auf jeden Fall schon über dreißig ist und sie redet immer von einer Freundin, ihrer Großmutter und von ihrer Mutter. Irgendwann kam das Gespräch darauf, dass ich an der Hauptschule unterrichtet hatte und Martina sagte mir, dass ihre Mutter auch in der gleichen Schule unterrichtet. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich, ich kenne ihre Mutter. Sie hatte immer eine 8. Klasse, in der ich auch unterrichtete. Eine sehr schlimme Klasse übrigens.

Meine Schlafstörungen

Auch ich leider gelegentlich unter Schlafstörungen. Also gut, der Ausdruck leiden ist nicht so ganz richtig. Wenn ich nicht schlafen kann, dann bleibe ich eben wach, basta! Du kennst ja meine Devise: Was ich nicht ändern kann, das versuche ich zu akzeptieren.

Meine Schlafstörungen hängen immer mit einem Panikanfall zusammen. So auch gestern. In meinen letzten Posts hast du eine kleine Zusammenfassung bekommen, was gestern los war: Eine Gruppe von halbwüchsigen Mädchen, die sich bei McDonalds über mich Grufti lustig machen, meine Frau, die 8000 Euro an ihren Anwalt bezahlen soll, meine Grafikkarte, die plötzlich den Geist aufgab, und eine Telefonkonferenz (davon habe ich noch nicht berichtet) mit meiner Arbeitsgruppe in meinem Internetpraktikum.

Während meines Telefonats mit der Comuterhotline merkte ich schon, dass es mir nicht so gut ging. Wenn ich irgendeinen Termin habe, dann fällt es mir sehr schwer, diesen Abzusagen, obwohl ich gestern große Lust dazu hatte. Ich stellte also mein Laptop auf (mein Desktopcomputer ging ja nicht), schaltete Skype ein und wartete auf die Konferenz. Diese dauerte etwa 1 Stunde (um was es geht werde ich vielleicht später noch berichten). Mir ging es immer schlechter und am Schluss war ich kaum noch fähig mich richtig zu artikulieren. Ich will hier meine Symptome nicht genauer aufzählen, ich habe eine Seite darüber geschrieben). Nach der Konferenz versuchte ich zum Bett zu kommen. Es sind nur zwei Meter, doch das war schwierig genug, in meinem Zustand. Dann rief Susanne an und erzählte mir die ganze Geschichte mit ihrem Anwalt und wollte von mir meine Meinung hören. Ich habe so ein großes Pflichtbewusstsein dass ich es nicht fertig brachte ihr zu sagen, sie solle mich für diesen Abend in Ruhe lassen. Nun gut, nach dem Telefongespräch blieb ich auf dem Bett liegen.Mir war schwindlig, mir war schlecht und irgendwann schlief ich ein. Ich erwachte erst, als das Telefon klingelte. Ich erhob mich und ging an den Apparat. Mittlerweile ging es mir wieder gut. Es war Susanne, die sich bei mir entschuldigte, dass sie so spät noch anruft (ich hatte in der Tag keine Ahnung, wie spät es war). Sie erzählte mir die Geschichte mit dem Anwalt noch einmal, ohne dass sich zwischen 19 Uhr und Mitternacht (so spät war es nämlich) eine entscheidende Änderung ergeben hätte.

Nach dem Telefongespräch war mir klar, dass jetzt an Schlaf nicht mehr zu denken war. Das ist bei mir so, wenn ich schlafe und werde geweckt, auch wenn es schon nach einer halben Stunde ist, dann kann ich danach Stundenlang nicht mehr einschlafen. So auch jetzt. Gegen halb fünf schlummerte ich endlich hinüber, doch der Wecker läutete schon eine Stunde später. Trotzdem habe ich den Tag ganz gut überstanden und jetzt ist es bald elf Uhr und ich bin immer noch verhältnismäßig munter.

Susannes Anwalt

Ich lese sehr gerne Witze und es werden dort sämtliche Berufsgruppen durch den Kakao gezogen. Oft finde ich es überzogen und es stimmt meistens auch nicht. So ist es blödsinn, zu behaupten Beamten würden den ganzen Tag im Büro schlafen.

Seit gestern weiß ich allerdings, dass in den Anwaltswitzen sehr viel Wahrheit steckt.

Was ist passiert:

Alles fing bei McDonalds an. Ich tigerte ein wenig durch die Stadt. Musste an meiner Seminararbeit weiterschreiben. Hatte aber irgendwie keinen Plan und landete bei dem eben erwähnten FastFood Restaurant. Ich hatte mich eben hingesetzt als sich ein Mädchen aus einer Gruppe laut gackernder Mädchen löste und auf mich zukam. Sie fragte mich nach der Zeit und ich holte mein Handy hervor. Das Mädchen hatte sicherlich kein Interesses die Uhrzeit zu erfragen, eher hatte ich das Gefühl sie wollte mich ärgern oder anmachen oder fand mich irgendwie lustig. Zugegeben, ich sah auch nicht besonders aus. Unrasiert, eine alte Jeans, bei der ständig der Reißverschluss nach unten rutschte. Doch das war eigentlich die Geschichte für einen anderen Post.

Auf jeden Fall sah ich auf meinem Handy 7 Anrufe. Da war irgendetwas wichtiges, zumindest für Susanne wichtiges – das wir ja in der Meinung, welche Themen wichtig sind und welche nicht stark differieren dürfte dir schon aufgefallen sein – passiert. Dazu noch zwei Nachrichten auf der Mailbox, ich müsse sie dringend zurückrufen.

Da ich in dem Lokal nicht telefonieren konnte, vor allen Dingen nicht mit der Schar Hühner direkt neben mir, nahm ich meinen Burger und mein Cola, ging ins Auto und hörte, was entsetzliches passiert war.

Susanne hatte die Rechnung von ihrem Anwalt bekommen. 8000 Euro. Du kannst die Zahl noch einmal lesen, mir musste Susanne sie zweimal sagen, damit ich es glaubte. Er verlangte 2000 Euro für die Scheidung. Das geht ja gerade noch in Ordnung. Doch darüber hinaus hat er über 6000 Euro für die Scheidungsvereinbahrung verlangt, die Susanne und ich mit dem Ingolstädter Notar getroffen haben. Susanne hat es ihm erzählt, er hat einen Blick drüber geworfen und es ein wenig modifiziert, ohne natürlich entscheidendes zu verändern. Das war der eine Posten. Dazu kam dann noch eine Einigungsgebühr, auch von 2500 Euro. Dieser Betrag ist eine Frechheit, denn wir waren uns einig, es gab also nichts zu einigen und schon gar nichts, was einen so hohen Betrag rechtfertigen würde. Du kennst meine Devise, keine Namen zu nennen und ich nenne auch jetzt keinen Namen, aber wenn du vor hast, dich scheiden zu lassen und dir einen Ingolstädter Anwalt nimmst, dann sei auf der Hut.

Eben saß ich wieder bei McDonalds (ab morgen nehmen ich aber wirklich ab, großes Indianerehrenwort) und telefonierte wieder mit Susanne. Sie hat eben mit dem Mann einer Kollegin von ihr telefoniert, auch ein Anwalt, der sagte, dass diese Rechnung eine Frechheit sei und wir auf jeden Fall dagegen vorgehen müssen.

Übrigens: Der Anwalt meiner Frau hat es so gemacht, dass die Rechnung meine Frau bezahlen muss. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, dass ich das ohnehin nicht bezahlen kann. Womit er Recht hat.

Warten auf den Anruf

Samstag morgens, so wie jetzt, warte ich immer auf den Anruf von meinem Sohn. Irgendwann kommt der Anruf „Papa,kannst du mich abholen?“ In der Regel mache ich mich dann auf den Weg um meinen Sohn abzuholen. Seit der Trennung von Susanne kommen meine Kinder in der Regel am Wochenende zu mir. Ich habe ja schon über meine Panikattacken geschrieben und bei solchen Situationen kommen wieder die Unruhe, schleicht sich langsam nach oben und beherrscht schließlich meinen ganzen Körper. Meine Strategie, auch darüber schrieb ich schon, ist es zulassen. Ich war vor einem Jahr auf Kur und dort wurde mir diese Strategie, sie nannten es „Akzeptanz und Commitmenttherapie – ein passender Titel, beigebracht. Ich kaufte mir sogar ein Buch darüber, das ich aber bisher noch nicht sehr oft angesehen habe. Eigentlich  ist der Weg ganz einfach und Dr. K aus W. sagte mir das schon vor 8 Jahren: „Lerne diese Anfälle zu akzeptieren, dann sind sie zu Ende!“ Genauso muss ich vorgehen. Manchmal schaffe ich es, dann wieder weniger. Nur hier gibt es keine Hintertür. Ich kann mir nicht denkern: „Ich akzeptiere die Anfälle, hoffentlich kommen sie dann nicht wieder!“ Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Der Versuch, mich selber auszutricksen funktioniert nicht.

Unverbesserlich hetero

Ein früherer Arbeitskollege, Norberg W., in der Bäckerei F. heiratete sehr früh und hat sich vor einiger Zeit scheiden lassen. Meine Mutter erzählte mir, dass er jetzt schwul sei, sich also nicht mehr für Frauen sondern für Männer interessierte. Vielleicht geht es vielen Männern so wie mir, die von ihren Frauen enttäuscht wurden und jetzt ihre Sexualität mit dem eigenen Geschlecht ausleben.

Neulich stand ich unten in einem Münchner U-Bahnschacht und dachte darüber nach, dass ich eigentlich, so wie ich mich Frauen gegenüber momentan fühle, schwul werden müsste. Leider bin ich absolut heterosexuel. Ein Mann, ob nackt oder angezogen und mag er auch noch so hübsch sein, erregt mich nun mal überhaupt nicht. Hingegen ein freundlich lächelndes weibliches Gesicht bringt meine Lenden sehr leicht in Wallung. So bleibt mir keine andere Wal als mich langsam aber sicher wieder an die Welt der Frauen heranzutasten.

Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass mich das Neue, das Unbekannte reizt, was natürlich auch eine Frau für mich ein. Wie ein Mann funktioniert das weiß ich, wie aber eine Frau funktioniert, das kann ich nicht so genau sagen und es gibt kein aufregenderes Forschungsobjekt.

Trotzdem muss ich mir natürlich Zeit lassen, denn meine traumatischen Erfahrungen sind längst noch nicht vergessen.

Jemand sagte mir mal, es braucht ungefähr doppelt so lange eine kaputte Beziehung aus seinem Kopf zu bringen wie sie gedauert hat. Ich hoffe, das stimmt nicht, denn so hätte ich wohl kaum eine Chance in meinem Leben noch einmal eine glückliche Partnerschaft zu erleben.