Schnecke im Salat

Aurelia isst gerne Salat oder besser gesagt, sie hat gerne Salat gegessen bis eben wahrscheinlich. Wenn meine Kinder bei mir sind bin ich gelegentlich durchaus ein wenig im Stress. Aurelia isst gerne Salat, vor allem Dingen Feldsalat, der auch Rapunzel heißt (wie aus dem Märchen, das ist wohl der Grund). In erster Linie ist es aber der Balsamessig, der ihr schmeckt. Nun fand sie heute Abend eine Schnecke im Salat. Das war nicht gerade appetitlich, auf jeden Fall fing sie an zu weinen. Mir war das auch furchtbar peinlich. Eigentlich könnte man eine Schnecke so interpretieren, dass der Salat nicht belastet ist, denn schließlich hat sich dort eine Schnecke sehr wohl gefühlt. Ich mir meinen Teil denke, dass Aurelia wohl so schnell keinen Salat mehr essen wird. Eigentlich schade.

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Aurelias Schlafstörungen

Heute morgen rief mich Susanne an und erzählte mir, dass sie die halbe Nacht nicht hat schlafen können und ich sei schuld daran.

Mea Culpa, mea maxiam Culpa!

Ich bin tatsächlich Schuld. Adrian wollte gestern unbedingt Spider Man 3 ansehen. Ich halte den Film eigentlich für harmlos und er lief schließlich auch schon im Nachmittagsprogramm. Retrospektiv muss ich sagen, dass der Film ziemlich brutal ist und für meine Kinder wohl nicht sosehr geeignet und schon gar nicht für meine 7jährige Tochter. Wobei ich mir allerdings dachte, dass sie einiges gewöhnt seien, da sie mir schon von mehreren Jahren von Denethor erzählte, der sich mit Öl übergoss und sich dann anzündete. Diese Szene stammt bekantermaßen aus dem 3. Teil der Herr der Ringe-Trilogie und diese Filme sahen sie mit meinem Ex-Schwiegervater. Das soll aber keine Entschuldigung sein. In Zukunft gibt es wieder Wickie und die starken Männer

Wie sich die Bilder gleichen

Als ich Susanne kennen lernten (meine jetzt von mir getrennt lebende baldige Exfrau) litt sie unter sehr starken Prüfungsängsten. Mir fiel es immer schwer derartige Zustände nachzuvollziehen und ich kann es auch heute noch nicht verstehen. Jede Prüfung war ein Fiasko, nicht von den Noten her sondern von ihrer Stimmung, die sie vor jeder Prüfung begleitete. Allerdings wurden diese Angstzustände im Laufe des Jahres besser, es lag wohl daran, dass sich die Art der Prüfung ein wenig ändert. Bei Lehrproben hat man nicht so sehr das Gefühl, man ist dem Prüfer vollends ausgeliefert.

Nun liegen Susannes letzte Prüfung schon ein paar Jahre zurück, doch nun kehren diese Ängste zurück.

Unser Sohn Adrian soll möglichst auf eine höhere Schule gehen, Realschule ist Pflicht, besser noch Gymnasium. Ich will gar nicht von den Auseinandersetzungen reden, die sie mit seiner Lehrerin führt. Reden will ich aber von den Symptomen, die sich jetzt bei ihr zeigen und die mich stark an die Zustände erinnern, die ich aus ihrer Prüfungsangst kenne: Hysterische Anfälle, schlaflose Nächte, grundlose Streitereien. Jetzt lebe ich zwar nicht mehr mit ihr zusammen und doch bekomme ich es mit.

Letztes Wochenende waren die Kinder bei mir. Sie sind gerne bei mir, denn ich bin nicht ganz so streng wie ihre Mutter. Sie genießen sichtlich die Freiheit, die sie bei mir haben. Oft ignoriere ich die Arbeitsaufträge, die ich von Susanne bekomme und arbeite bewusst weniger, damit die Kinder sich auch einmal erholen können.

Eben war wieder der Anruf von Susanne: Ein gekreische ins Telefon, Adrian könne gar nichts, was wir das ganze Wochenende getan hätten und so weiter und so fort.

Irgendwann erstarb ihre Stimmung und ich hörte nach kurzer Zeit ein knacken in der Leitung. Sie hatte aufgelegt.

Familientherapie

Heute um 8 Uhr morgens hatte ich einen ganz besonderen Termin.

Adrian geht schon seit einiger Zeit- wie lange weiß ich nicht, seit ich von der Familie getrennt lebe bin ich nicht mehr so stark im Bilde – zu einem Therapeuten. Heute nun war eine Familiensitzung angesagt. Zuerst bedankte sich der Therapeut – nennen wir ihn einfach B.- das wir überhaupt erschienen sind, denn bei Familien, die nicht mehr zusammen leben sei das nicht selbstverständlich. Das Ziel dieser Sitzung sei eine Operationalisierung der Therapie festzulegen. Auf deutsch heißt das, wir sollen uns darüber Gedanken machen, woran wir denn erkennen, das die Therapie bei Adrian anschlägt.

Zu Beginn machte er mit uns eine kleine Übung: Wir sollten uns vorstellen, dass heute Nacht eine Fee zu uns gekommen wäre und uns unsere Wünsche in Bezug auf die Familie erfüllt hätte. Natürlich hat uns die Fee davon nichts gesagt und wir sollten auf einen Zettel schreiben, woran wir das denn erkennen würden, das unsere Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Interessant fand ich die unterschiedlichen Antworten. Ich schrieb hauptsächlich über das Familienleben, das ich nie hatte und jetzt auch natürlich auch nicht mehr habe. Ich schrieb, das wir zusammen Frühstück machen würden, das kein Streit herrscht, das unsere Kinder mit einander freundlich umgehen und ich eine geregelte Arbeit hätte. Susanne schrieb hauptsächlich über Adrian, dass er in der Früh fröhlich sei, dass er ein guter Schüler sei, dass er nicht mehr Eifersüchtig auf Aurelia wäre und noch weitere ähnliche Punkte. Adrian schließlich schrieb, dass wir wieder zusammen wären, dass er gerne öfter beim Papa wäre. Für mich waren die unterschiedlichen Themen der Zettel gerade bei Susanne und mir typisch. Ich drückte den Wunsch nach einem angenehmen Familienleben aus. Bei Susannes Zettel ging es nur um Adrian. Jeder ihrer Zettel handelte von Adrian. Ich habe das beim Gespräch nicht zur Sprache gebracht, doch aufgefallen ist es mir.

Ob wir das eingangs gestellte Ziel erreicht haben? Ich glaube nicht. Wenn ich jetzt an diese Stunde zurückdenke kann ich mich gar nicht mehr an so vieles Erinnern. Ich hätte diesen Eintrag gleich nach der Sitzung schreiben sollen, als die Eindrücke noch frisch waren. Jetzt ist es Abend und die Eindrücke verblassen und verblassen immer weiter.

Wir redeten über die Schullaufbahn von Adrian und Herr B. sagte uns, wir sollten den Druck etwas von Adrian nehmen und er sähe ihn auf keinen Fall auf dem Gymnasium, das hätten seine Tests eindeutig ergeben. Zwischen den Zeilen teilte er uns mit, dass seiner Meinung nach Adrian auf eine Sonderschule gehöre. Ich merkte dann an, das ich diesen Test nicht weiter traue als das ich sie schmeißen kann. Natürlich biss ich mit meiner ironischen Bemerkung bei ihm auf Granit, denn jeder, der diese Tests anwendet ist davon überzeugt, dass sie richtig sind. Genauso wie solche Leistungserhebungen Genies schaffen können, können sie auch Sonderschüler und Fabrikarbeiter schaffen. Voraussetzung ist immer, dass man an sie glaubt.

Nun, ich glaube nicht daran. Ich glaube daran, dass man meinen Sohn optimal fördern muss und fördern kann.

Hospitation im Kindergarten oder die Nivearutsche

Wie schon letztes Jahr so verbrachte ich auch dieses Jahr einen Vormittag im Kindergarten. Es war fast alles so wie schon gehabt. Aurelia hütete mich eifersüchtig als ihre Papa und ließ die anderen Kinder gar nicht an mich heran. Bei der Pause wollten 5 Kinder neben mir sitzen, was ein wenig problematisch war.

Heute vormittag war aber doch etwas anderes: Eine Nivearutsche stand auf der Tagesordnung. Ich hatte zuerst bedenken, dass mich vielleicht die Kindergärterinnen gar nicht dabei haben wollten, denn die Kinder waren allen in der Badehose oder im Badeanzug und auch teilweise die Kindergärterinnen. Doch meine Sorge war unbegründet.

In der Turnhalle war eine schwarze Plane ausgelegt, die von Handtüchern umrandet waren. Die Kinder bekamen die Anweisung sich ja nicht aufzustellen, denn das sei gefährlich. Die Kinder fingen dann an die Plane und sich selber mit Niveacreme einzucremen, was ihnen einen riesenspaß machte. Der Spaß wurde noch größer als eine Kindergärterin warmes Wasser holte und es auf der Plane verteilte, dadurch konnte man noch besser rutschen. Im Raum war auch eine kleine Rutsche. Die Kinder begannen nun zu rutschen und die Kindergärtnerinnen stießen die Kinder quer durch den Raum, was kein Problem war, denn die Plane war wirklich sehr rutschig. Alles in allem ein Heidenspaß für die Kinder.

Im Anschluss war dann noch ein Gespräch mit der Kindergärterin. Bis auf ihre Sprachsptörungen einige kleine Defizite im motorischen Bereich alles klar.

Adrians Augen verschlechtert

Während ich mit Susanne über ihrer Lehrprobe grübelte rief Beate an und teilte uns mit, dass sich Adrians Augen deutlich verschlechtert habe. Er braucht ein neues Brillengestellt und wir müssen darauf achten, dass er die Brille wirklich regelmäßig trägt. Und er muss in der Schule auf jeden Fall direkt vor der Tafel sitzen.
Ich selber habe gar nicht das Gefühl, dass Adrian so schlecht sieht, aber die Augenärztin weiß das vielleicht besser.

Aurelia heute krank

Ich glaube, ich habe es gestern schon geschrieben. Aurelia hat Durchfall. So ließ ich sie vom Kindergarten zu hause.
Irgendwann ging ich in den Keller um am Computer etwas zu schreiben und Aurelia folgte mir und lag sich in mein Bett. Nach kurzer Zeit war sie eingeschlafen. Eine Stunde später kam sie, klitschnaß. Ich zog sie um, leider vergaß ich aber mein Bett. Als ich mich heute nacht ins Bett legen wollte (mit meinen Magenschmerzen, siehe unten) merkte ich, dass das Bett naß war. So werde ich wohl heute auf der Couch nächtigen müssen.