Dinge, die wichtig sind

Und Dinge die unwichtig sind, so könnte dieser Titel weitergehen.

Ich war von München eben nach Hause gekommen und wollte mir neue Ohrhöhrer für mein Handy kaufen, denn sie hatten eben im Zug den Geist aufgegeben. Leider machte das Geschäft schon um 7 Uhr zu und das schaffte ich nicht.

Da läutere das Telefon. Eine von Tränen erstickte Stimme war am Telefon. Es war Susanne. Etwas schreckliches sei geschehen. Da ich bei solchen Nachrichten ohnehin zur Zeit etwas empfindlich bin, sagte ich ihr deutlich, sie solle mir sofort sagen, was denn los sei.

„Adrian hat wahrscheinlich in der Leseprobe eine 6!“

Puh, wenn es weiter nichts ist, das war mein erster Gedanke. Sicherlich, er will gerne auf die Realschule gehen und vielleicht schafft er es jetzt nicht mehr. Doch dieses Unglück ist nichts im Vergleich, was einem zustoßen kann und was wirklich schlimm ist. Wie viele Kinder fristen ein kümmerliches Dasein auf einer Kinderkrebsstation und werden vielleicht nie erleben, dass sie erwachsen werden. Das sind Probleme.

Es gibt eine Dimension im Leben, bei der werden die meisten Probleme, mit denen wir uns Tag für Tag herumschlagen bedeutungslos. Wir sollten diese Dimension nie aus den Augen verlieren, denn dann wird Vieles, was wir erleben und was uns als so schlimm erscheint plötzlich bedeutungslos.

Ein Trainer sagte einmal zu mir: „Mich regt nichts auf, außer meine Kinder sterben vor mir!“ Ich habe diesen Satz nie vergessen und wenn das Leben mir mal wieder keine Schokolade schenkt sondern bestenfalls eine Zitrone, dann denke ich an diesen Satz. Wenn meinen Kindern etwas zustößt, dann ist das wohl das schlimmste, was einem Menschen, einem Vater, einer Mutter geschehen kann. Alles andere wird unter diesem Licht bedeutungslos.

Eine Geschichte für schwierige Zeiten

Irgendwo habe ich gelesen,dass der berühmte Staatsmann Churchill, einer der wichtigsten Politker des 20. Jahrhunderts kurz vor seinem Tod eine Rede gehalten hat, in der er seine ganze Lebenserfahrung widergegeben hat. Die Zuhörer waren aus allen Teilen der Welt gekommen, um Churchill reden zu hören. Dieser Betrat das Rednerpult und sagte:

Geben Sie nie, nie, nie auf

Nahm seine Papiere, ging vom Leserpult und das war´s

Das kosmische Gesetz

Einmal sagte ich zu Andreas: Wenn du recht hast, dann dürfte ich keine Stelle als Lehrer bekommen.
Er sagte: Oder sie geben dir eine Stelle, die du nicht annehmen kannst oder willst.

Fast glaube ich, Andreas hat recht.

Was ist mit diesem Gesetz gemeint. Ganz einfach. Die Wünsche, die ich ans Universum sende werden mir erfüllt. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich bin eher geneigt, nicht daran zu glauben. Aber die Gesetze, so antwortet mir immer Andreas, gelten auch, wenn ich nicht daran glaube. Doch je mehr das Jahr voranschreitet, desdo mehr glaube ich ,dass vielleicht doch etwas daran sein könnte. Mein Wunsch ist es, mich selbstständig zu machen um nicht mehr nur einen Chef vor mir zu haben, der mit mir machen kann, was er will oder Mitarbeiterinnen, die mich mobben. Alles, was bisher so geschah , läuft daraufhin hinaus, dass ich nicht mehr in der Schule anfangen. Die Absage bei der Wirtschaftschule, auch bei der Montessorischule, dann keine Stelle als Beamter sondern nur einen befristeten Arbeitsvertrag, jetzt die Zuweisung nach Pfaffenhofen anstatt nach Eichstätt.

Vor Jahren schon sagte ich zu einer Studienkollegin: Ich glaube manchmal, mein Leben folgt einem bestimmten Plan.
Sie: Ja, das kann schon sein, aber den Plan machst du.

Wenn das mein Plan ist, dann starte ich durch.

Das Fußballtor

Es kann auch so etwas simples wie das kleine Fußballtor, das Adrian zu seinem Geburtstag geschenkt bekommen hat zu einer höheren Erkenntnis führen:

Ein paar Tage war ein sehr heftiger Sturm. Zweige von den Ästen wurde ausgerissen, das Fußballtor, welches gar nicht in der Erde verankert war blieb stehen. Auch Adrian bemerkte es. „Ja, Adrian, das Tor hat sehr viele Löcher und setzt dem Wind einen sehr geringen Widerstand entgegen!“ Ich glaube nicht,dass er meine Erklärung verstanden hat. Mir ging aber plötzlich ein Licht auf: Wie so oft setze ich Dinge, die ich nicht ändern kann einen zu starken Widerstand entgegen. Ich laufe dabei Gefahr umgedrückt zu werden. Daran sollte ich öfter mal denken.

„Glück ist…

… eine gute Verdauung und ein schlechtes Gedächtnis“. Ich glaube, dass hat Hemingway gesagt. Ich konnte den ersten Teil der Aussage gestern und heute am eigenen Leib verspüren, denn meine Verdauung spielte verrückt.

Entweder es lag am Essen oder an dem Stress, den ich habe, weil ich jetzt mit meiner Selbstständigkeit begonnen habe. Nun, das wäre auch normal, denn eine neue Arbeit bringt immer ein bisschen mehr Stress mit sich. Doch das dauert nur eine kurze Zeit, dann ist man daran gewöhnt.

Oder es lag einfach doch am essen.

Gedanken der Liebe – Gedanken der Angst

Ein guter Freund von mir, Andreas, hat einmal zu mir gesagt: „Es gibt nur Gedanken der Liebe oder Gedanken der Angst“. Ich denke, hinter diesem Satz steckt viel Wahrheit. Er hilft uns auch Menschen leichter zu verstehen und leichter zu verzeihen. Wenn Sie erleben, dass sie ungerecht, unhöflich oder unfreundlich behandelt werden, dann lohnt es sich hinter die Fassade zu blicken. Wenn Sie das tun, werden Sie immer dahinter Angst in irgendeiner Form finden.

Gestern – auf den Hund gekommen

Gestern war ich gar nicht gut drau. Ich fühlte mich, um es mal vorsichtig auszudrücken, Hundeelend. Es fing am nachmittag an: Es war ein brennen auf der Haut, so als hätte ich Temperatur und bekäme Fieber. Danach folgte starkes Kopfweh. Schließlich bekam ich ein zittern in meinen Beinen, so dass ich mich fast nicht mehr aufrecht halten konnte.

Für einen außenstehenden sieht das sehr bedrohlich aus. Ich weiß aber, dass das bei mir sehr häufig vorkommt. Äulöser sind sehr häufig Hektig und Stress und Aggressionen. Ich hatte am Tag zuvor Streit mit meiner Frau und meiner Schwiegermutter. Ich war auf beide ziemlich sauer. Die einzige Lösung für mich war, mich mit beiden auszusöhnen. Das habe ich heute auch getan.

Das ist der Hintergrund für meinen Beitrag: „Feeling like Kafka“.