Flashlight vom 30. 6. 2008

Ich denke, es macht Sinn von Zeit zu Zeit (ich denke z. B. an Zeiträume von etwa einem halben Jahr) kurzh zu beschreiben, wie mein derzeitiges Leben aussieht. Das macht es neuen Lesern und Leserinnen auf meinen Seite leichter sich einzulesen.
Momentan bin ich arbeitslos. Ich war zuvor 7 Jahre bei einer großen Pharmafirma, die begonnen hat, personal abzubauen. Nun wäre ich wohl davon nicht betroffen gewesen, denn schließlich habe ich zwei Kinder. Nur war die Situation in meiner Firma für mich nicht gerade rosig, denn die Umsatzzahlen gingen zurück und blieben ständig auf einem sehr niedrigem Niveau. Meine Kolleginnen haben es sehr gut verstanden, immer mir den Schwarzen Peter zuzuschieben. Ich will hier gar nicht sagen, dass es die anderen waren, ich trug sicherlich auch meinen Teil dazu bei. Mein Chef und sein Chef waren auf jeden Fall der Meinung, dass ich die Schuld daran trüge und boten mir schon im Februar einen Aufhebungsvertrag an. Den hätte ich zwar nicht zu Unterschreiben brauchen, doch mein Chef sagte mir sehr deutlich, was ich zu erwarten hätte, wenn ich ihn nicht unterschreibe. Und er wolle sich und mir das gerne ersparen. Und ehrlich gesagt: Ich wollte auch weg. Vielleicht selbstständig machen, vielleicht bei einer anderen Firma, nur weg. So unterschrieb ich zum 30. 6.
Zu dieser Situation gibt es noch eine andere Sache, die sich fast komplementär dazu verhält: Meine Frau hat letztes Jahr beschlossen das Referendariat für das Lehramt an Gymnasien zu machen. Sie hat das studiert und da damals die Berufsaussichten schlecht waren sich entschlossen Hauptschullehramt zu studieren. Diesen Beruf hat sie auch einige Jahre ausgeübt. Und letztes Jahr ließ sie sich beurlauben für zwei Jahre um das Referendariat zu machen. Das bedeutet jetzt aber Stress ohne Ende, Lehrproben, Unterrichtsbesuche usw. Die Stressbelastung meiner Frau ist nicht so groß und sie kann nicht einfach sagen: Und jetzt die Kinder. So waren die Kinder zuerst bei einer Tagesmutter, dann bei meiner Schwiegermutter und bei mir. Irgendwann kam meine Schwiegermutter auf die Idee, meine Kinder würde bei der Tagesmutter vom Lebensgefährten sexuell mißbraucht (was vollkommen haltlos war, meine Schwiegermutter neigt gelegentlich zu paranoiden Wahnvorstellungen), natürlich kündigte die Tagesmutter (dies ist meine Version der Geschichte, meine Frau und meine Schwiegermutter würden sie anders erzählen), meine Schwiegermutter ist mit ihrer Scheidung beschäftigt und damals auch noch mit ihrer Psoriasis (sie musste jeden Tag in die Stadt zum bestrahlen und da sie nicht mit dem Auto fährt, wenn es weiter als 1 km ist musste sie mit dem Bus fahren). In dieser Situation kam meine Kündigung gerade recht, denn jetzt konnte ich mich um die Kinder kümmern. Ich bin auch schon seit mitte März freigestellt, bei voller Bezahlung. Dies war eine der Bedingungen für die Auflösung des Vertrages.
Ich habe mich dann auch bei verschiedenen Pharmafirma beworben und hätte wohl auch schon eine Stelle. Doch es geht nicht. Was wird aus meinen Kindern?
Ich versuche jetzt in der Schule unterzukommen. Nun, Wirtschaftschule und Montessorischule haben mir in der Zwischenzeit abgesagt, bleibt nur noch die Hauptschule. Aber eigentlich will ich das gar nicht, eigentlich möchte ich mich ganz gerne Selbstständig machen, doch ich habe Angst davor, Angst zu versagen, Angst meine Kinder nicht mehr ernähren zu können. Diese Entscheidung ist letztendlich noch nicht gefallen.

Noch ein Wort zu meinen Kindern: ich liebe sie beide heiß und innig, doch manchmal gehen sie mir auch auf die Nerven und ich glaube, der Vater oder die Mutter, die das nicht zugibt, belügt sich, denn manchmal möchte man auch seine Ruhe haben.

Zu meiner Ehe als solches gibt es nichts zu sagen, denn sie existiert nur mehr auf dem Papier. Ihr geht es um Kinder, ums Referendariat aber nicht mehr um mich. Das ist schade, aber ich glaube nicht, dass sich daran was ändern wird in nächster Zeit. Es sei denn ich ändere etwas an der Situation. Doch momentan fehlt mir dazu noch die Kraft.

Es gäbe viel zu berichten, doch ich denke, ich schließe an dieser Stelle. Ich werde den nächsten „Lagebericht“ so gegen Weihnachen zu Papier bringen. Mal sehen, wie da die Situation ist.

Ein Gedanke zu „Flashlight vom 30. 6. 2008“

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