Wann sind Weihnachtsferien

Raphale ist in Honkong und kommt vermutlich morgen zurück. Ich warte schon Sehnsüchtig darauf, denn ich will wissen, wann heuer die Weihnachtsferien beginnen. Markus sagte am Dienstag sei die Weihnachtsfeier und ich habe mich darauf eingestellt. Nun habe ich vor ein paar Tagen mit Meggi gesprochen, die sagte, dass Raphael gesagt habe, wir gingen schon am Freitag. Jeder von uns hätte noch ein paar Tage Urlaub. Mich persönlich würde es freuen, wenn ich noch ein paar zusätzliche Tage hätte.

Auf jeden Fall sage ich meiner Exfreau nichts davon, wenn ich am Montag und Dienstag frei haben sollte, denn sie kommt auf die Idee, dass ich ihre Wohnung aufräume soll und ich bin vielleicht auch noch so dumm und tue es.

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Das Schosshündchen

Immer wieder kommt mir der Gedanke, dass ich in meiner Arbeit eine Art Schosshündchen bin. Irgendwie versuchen meine Chefs den Stress von mir fern zu halten. Mir wird gelegentlich mal schlecht und dann lege ich mich hin. Ich habe eine Couch in meinem Büro und keiner stört mich den lieben langen Tag.

Vor ein paar Wochen bekam ich die Anweisung, ich solle am Telefon auf Preisdiskussionen nicht eingehen. Kurz zur ERklärung: einer unser wichtigsten Geschäftszweige ist die Ausstellung von ESTA-Anträge für USA-Reisende, Normalerweise kostet ein solcher Antrag 14 Dollar, wir als Visumagentur verlangen dafür 39 Euro, einfach weil wir den Service anbieten, für Menschen, die sich nicht so gut auskennen, die Eintragung vorzunehmen. Immer wieder kommen Menschen auf unsere Seite, die das nicht erkennen und glabuen, sie sind auf der offiziellen ESTA-Seite. Wenn sich ein solcher Kunde hintergangen fühlt, dann berechnen wir eben auch nur die 14 Dollar, falls wir schon tätig geworden sind und uns die Auslagen in dieser Höhe entstanden sind. Andernfalls ist sogar eine komplette Stornierung möglich. Doch nun zurück zu mir: Immer wieder rufen erboste Kunden an, beschweren sich wegen des Preises und führen sich am Telefon furchtbar auf. Ich soll nun laut Anweisung von Markus darauf gar nicht eingehen, sonder auf Meggie verweisen, die scih darum kümmert. Ich bin mir nicht sicher, doch ich denke, meine Chefs wollen mich einfach vor den wütenden Kunden schützen.

Mein Tabesablauf

Ich arbeite gerade an einen Text über Autopolituren , der am Dienstag Abend fertig sein muss, also übermorgen. Mittlerweile nähert sich die Uhr halb zwei Uhr nachts und ich denke, es ist Zeit, ins Bett zu gehen. In der Nacht schlafe ich eigentlich nie mehr als drei Stunden, dann eine Stunde im Zug auf den Weg zur arbeit, ein wenig in der Mittagspause und dann noch einmal eine knappe Stunde auf der Heimfahrt von München nach Ingolstadt. Ich frage mich, ob das wohl gesund ist. Ich glaube das eigentlich nicht, auf der anderen Seite bin ich auch schon daran gewöhnt und wenn ich mehr als vier Stunden am Stück schlafe, dann kommt mir das schon sehr lange vor. Meist beende ich meinen Tag mit einer Folge „Grey’s Anatomy“. Um halb fünf stehe ich auf, fahre in die Arbeit und komme so gegen dreiviertel sieben wieder nach Hause. Oft kaufe ich mir im nahe gelegenen Café einen Cappuccino und beginne dann zu schreiben. So sieht im Augenblick mein Tagesablauf aus.

Das Finanzamt und ich

Um meine Leser ein Update in meine gegenwärtige Situation zu geben, will ich kurz über das Finanzamt berichten. Ich arbeite Nebenbei als Autor und habe doch tatsächlich 2013 7000 Euro durch schreiben verdient (textbroker, content.de, einen privaten Auftraggeber, bezahlte Blogbeiträge, Verkäufe aus einem E-Book, es hat sich geläppert). Vor ein paar Monaten habe ich dann treu und brav meine Steuererklärung gemacht und die Beträge angegeben. Meine Frau (ich meine natürlich meine Exfrau) machte zur gleichen Zeit auch ihre Steuererklärung. Sie muss nichts nachzahlen und hat Wochen auf die Antwort gewartet. Bei mir kam sehr bald der Brief, dass ich im November über 900 Euro bezahlen muss. Damit aber nicht genug, denn damit habe ich gerechnet. Ich muss zwei Wochen später noch einmal den gleichen Betrag als Abschlagszahlung für 2014 bezahlen. Damit habe ich zwar nicht gerechnet, doch es ist gerechtfertigt, denn auf diesen Betrag werde ich wohl noch einmal kommen. Ab 2015 muss ich dann regelmäßig meine Steuer im Vierteljahresrhythmus abführen. Na ja, zumindest verdiene ich mit meiner Schreibtätigkeit ein wenig Geld.

Stress mit meinen Texten

Mein Selbstbewusstsein ist nicht besonders ausgeprägt und das zeigt sich immer, wenn ich einen Text geschrieben habe und darauf warte, dass er angenommen wird. Ich schreibe am Abend momentan hauptsächlich für Content.de. Nachdem ich den Text abgegeben habe, wird er vom Auftraggeber entweder abgenommen oder ich bekomme ihn zur Überarbeitung zurück. Letzteres geschieht Gott sei Dank nur ab und zu, doch wenn es geschieht, dann stresst es mich immer stark. ich habe dann das Gefühl, das ich versagt habe und fühle mich schlecht. oft sind es nur Kleinigkeiten, nur ein paar Mal musste ich einen vollkommen anderen Text schreiben oder habe gar die Bearbeitung abgebrochen. Eigentlich könnte ich in Bezug auf meine Texte also durchaus selbstbewusst sein, aber da ist momentan noch ein weiter Weg hin.

Kurzes Lebenszeichen

Manchmal denke ich, es kann ja wohl nicht zu schwer sein, regelmäßig ein paar Zeilen in mein privates Tagebuch zu schreiben. Einfach um mich von ein paar quälenden Gedanken oder Sorgen zu befreien. Na ja, im Augenblick habe ich nicht viele Sorgen, obwohl die Traumata der Vergangenheit natürlich ihre Spuren hinterlassen haben. So leben ich täglich vor der Angst vor Arbeitslosigkeit und frage mich gleichzeitig, ob das wohl so schlimm wäre. Ich war ja schon einmal arbeitslos, war im Prinzip die Ausgangssituation für meinen Blog war und gleichzeitig der Anfang (oder besser das Ende?) vom Ende meiner Ehe.

Weihnachten steht vor der Tür und ich könnte die Zeit nützen, um ein neues Flashlight zu schreiben, das über mein Leben, wie es sich jetzt darstellt einen kleinen Überblick bietet. Das Leben, das ich jetzt führe hat mit dem Leben, als ich diesen Blog begann, nicht mehr viel zu tun. Damals arbeitsloser ehemaliger Pharmareferent, danach glückloser Hauptschullehrer in Ingolstadt und jetzt Onlineredakteur in München.

Heute ist Sonntag, meine Kinder waren bei mir, meine Wohnung sieht wie ein Schlachtfeld aus. Auf mich warten noch drei Texte, die geschrieben werden müssen. Die Abgabetermine sind allerdings erst Dienstag bzw. Mittwoch. Ich werde jetzt erst einmal meine Wohnung aufräumen und dann weiter sehen. Ich bin bei Content.de in einer Gruppe, deren Auftraggeber gerne am Sonntag kurze Texte eingibt. Wenn diese kommen, dann weiß ich, was ich zu tun habe. Wenn nicht, dann schreibe ich vielleicht noch einen der Texte zu Ende.

Ich verabschiede mich erstmal für heute und nehme mir vor, nicht nur jedes Jahr zwei Einträge zu schreiben, sondern meine vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Leser wieder an meinem Leben teilnehmen zu lassen.

Versprochen.