Bäckerei P.

Nach meiner Zeit in der Berufsoberschule und den Beginn meines Studiums arbeitete ich. Zuerst hatte ich einen Job in einer Bäckerei in Regensburg, doch die wollten mit dann plötzlich nicht mehr (der Betrieb wurde später wegen Hygienemängel geschlossen, es ist nicht derselben Betrieb, in dem ich später noch arbeitete). Ich suchte mir also einen neuen Job und setzte mich in die Bibliothek und holte mir das Straubinger Tagblatt hervor. Ich wurde tatsächlich fündig. Eine Bäckerei, nennen wir sie einfach P. suchte einen Bäcker. Ich fuhr hin und stellte mich vor. Ich glaube, meine Mutter und meine Schwester waren auch mit dabei. Ich wurde genommen und fing schon vor der Übergabe meines Reifezeugnisses an.

Mein Verhältnis zu meinem Chef war am Anfang ein wenig gespannt. Heute (und auch damals) denke ich mir, dass er vielleicht ein Problem damit hatte, dass ich Abitur habe und er glaubte, ich würde die Kontrolle an mich reißen. Doch nichts lag mir ferner und er benötigte von den 5 Monaten, die ich dort verbrachte, drei, um  das zu begreifen. Danach verstanden wir uns Prima.

Da war noch ein Geselle, der die Sonerschule besucht hat und über seine geistigen Fähigkeiten wunderbar reflektieren konnte. „Weißt du“, pflegte er zu sagen, „ich kann mir einfach nichts merken. Wenn du mir etwas erzählst, dann ist es in ein paar Minuten wieder weg.“ So was kann es geben, warum nicht. Er hatte gelegentlich sonderbare Ideen. Einmal schüttete er einen Meßbecher mit Pflanzenöl in den Krapfenteig, weil er dache, das Öl gehört entsorgt. Leider waren die Krapfen da ganz anderer Meinung, denn der Teig ging nicht. Kein wunder, denn das Öl verhindert die Gärung, indem es die Poren der Hefe verstopft. In der Berufsschule hätte er das gelernt, wenn er es sich hätte merken können. Ansonsten war er ganz freundlich und umgänglich, bis auf das eine Mal, als wir samstag in der Früh schon arbeiteten und er besoffen erschien und uns helfen sollte. Aber es ging natürlich nicht. Ich kann mich nicht mehr sicher an seinen Namen erinnern. Ich glaube, Andreas, aber so hieß auch der Chef. Vielleicht täusche ich mich.

Ach, der Chef, Andreas, hatte ursprünglich Metzger gelernt, verliebte sich in die Tochter eines Bäckers und schulte um.

Ein Lehrling war noch da, der mindestens zwei linke Hände hatte und ein weiterer Geselle, der zur Zeit, als ich begann, gerade in der Psychiatrie war und dann später auch noch zu uns stieß. Die Erinnerung daran ist aber nicht sehr stark.

Resi fiel in diese Zeit und mit Susanne B. habe ich mich mal in Straubing getroffen. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, es könnte doch noch was werden, wurde es aber nicht. Na ja, die Frauen, die mich nicht liebten haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Diesen Gedanken will ich hier aber nicht weiter ausführen.

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