Kindheit

Was fällt mir ein, wenn ich an meine Kindheit denke? Welche Bilder tauchen auf? Das erste Bild, an das ich denke, ist meine Oma, wie sie gebückt, sich mit den Händen auf den Stufen abstützend die Treppe hochgeht. Eine Frau, die ihr ganzes langes Leben in der Landwirtschaft arbeitete und jetzt einen krummen Rücken hatte. Sie hatte in unserem Haus ein Zimmer und begleitete mein Leben die ersten 9 Jahre, also auch die Zeit, um der es hier auf dieser Seite geht.
Meine Mutter arbeitete in einer Hühnerschlachterei und meine Oma passte auch mich auf. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern, doch es scheint, als sei ich sehr anstregend gewesen, denn sie sperrte mich mehrmals in den Keller. Eine sehr fragwürdige pädagogische Methode, dich auch nicht viel fruchtete, da ich sofort aus dem Kellerfenster herauskletterte und so meine Freiheit wieder erlangt.
Die Frage, die sich jeder stellt, wenn er über seine Kindheit berichtet lautet: War sie glücklich und jetzt, wenn ich eine kurze Zeitreise 45 Jahre zurück mache sage ich, ja. Mit der Einschränkung, wenn mein Vater nicht zu Hause war.
Der Trachtenverein. Dort war ich bis zu meiner Einschulung dabei. Wir probten immer am Mittwoch. Ich ging zu Fuß vor oder fuhr mit dem Rad. Ich war schon vor der Schule mit dem Fahrrad in ganz Mitterfels unterwegs. Wir übten bayrische Tänze ein und hatten auch ein paar Auftritte. Es gibt einige Fotos von mir, auf denen ich zu sehen bin und ganz verzweifelt nach meiner Partnerin suchte, denn in den Tänzen war irgendwie ein Partnerwechsel vorgesehen. Die Proben fanden im Schulgebäude statt. Jetzt sehe ich das Bild ganz deutlich vor mir, glaube den Raum zu sehen, die Glaswände, den kreisrunden Pausenhof, auf dem die Schüler wie auf einem Gefängnishof im Kreis gingen und sehe mich tanzen. Ich musste unbedingt auf die Toilette und wagte es nicht zu sagen. Na ja, ich war fünf uns so ging es in die Hose und meine Oma machte mich sauber. Als ich hochblickte sah ich meine Mutter gerade den Weg von der Straße hoch gehen. Heute könnte ich gar nicht mehr so weit sehen, denn der Blick ist von Häusern und von Bäumen verwachsen. Damals war der Blick aber frei. Ich erinnere mich noch so gut daran, weil ich mir dachte, jetzt wird es Ärger geben.
Ich könnte noch viel Schreiben über meine Kindheit, doch hier soll nur ein kurzer Überblick geboten werden. Es werden sicherlich noch ausführlichere Posts darüber folgen.
Was fällt mir noch ein.
Unsere Nachbarn, sie hießen – soll ich sie beim vollen Namen nennen und meinem Vorsatz untreu werden – nein, nennen wir sie A. Ein altes Ehepaar, bei dem ich oft beim spielen war. Beide schon lange Tod und Begraben. Er hatte einen Fuß im ersten Weltkrieg gelassen und sein Sohn fiel im zweiten.
Neugierig war ich immer schon und einmal trank ich etwas Essigessenz, den meine Mutter zur Herstellung des Salates verwendete.
Als ich sechs Jahre alt war wurde ich nicht eingeschult, weil ich bei einem Test durchgefallen war. Ein Jahr später bestand ich dann den Test und kam mit einem Jahr Verspätung in die Schule.
Wie schon gesagt, ein kurzer Abriss. Doch in meinen Posts werde ich gelegentlich auf diese Zeit zurückkommen und dann meine Erlebnisse genauer schildern.

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